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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben
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Wetter aktuell
Wasser - Lebensgrundlage und Naturwunder
Der vergangene Sommer hat vielerorts erneut gezeigt, wie kostbar
Wasser ist. Es ist unsere Lebensgrundlage und unverzichtbar für
Mensch, Natur und Umwelt. Doch Wasser ist nicht nur lebensnotwendig,
sondern auch ein erstaunlicher Stoff mit einigen außergewöhnlichen
Eigenschaften.
Wasser ist allgegenwärtig. Rein chemisch betrachtet besteht ein
Wassermolekül aus zwei Wasserstoffatomen und einem Sauerstoffatom. Es
ist farb-, geruch- und geschmacklos. Unter Normaldruck gefriert es
bei 0 Grad Celsius und siedet bei 100 Grad Celsius. Das klingt
zunächst wenig spektakulär. Doch physikalisch betrachtet hat Wasser
einiges zu bieten.
Eine Besonderheit fällt sofort ins Auge: Wasser kommt auf der Erde
ganz selbstverständlich in allen drei Aggregatzuständen vor. In der
Atmosphäre befindet es sich als unsichtbarer Wasserdampf, flüssig
begegnet es uns als Regen oder in Ozeanen, Seen und Flüssen. In
gefrorener Form kennen wir es als Eis, Schnee, Hagel, Graupel oder
Reif. Damit prägt Wasser unsere Umwelt auf vielfältige Weise.
Besonders erstaunlich ist die sogenannte Dichteanomalie des Wassers.
Während sich die meisten Stoffe beim Abkühlen zusammenziehen und
dichter werden, verhält sich Wasser unterhalb von etwa 4 Grad Celsius
anders. Seine größte Dichte erreicht es bei dieser Temperatur. Kühlt
es weiter ab, dehnt es sich wieder aus. Beim Gefrieren nimmt sein
Volumen nochmals zu. Deshalb ist Eis leichter als flüssiges Wasser
und schwimmt oben.
Ursache dafür sind die sogenannten Wasserstoffbrückenbindungen
zwischen den Wassermolekülen. Sie sorgen dafür, dass sich die
Moleküle beim Gefrieren in einer lockeren Struktur anordnen. Das ist
für das Leben auf der Erde enorm wichtig: Seen und Teiche frieren von
oben nach unten zu. Darunter bleibt flüssiges Wasser als Lebensraum
für Fische und andere Organismen erhalten.
Auch der sogenannte Mpemba-Effekt sorgt für Erstaunen. Er beschreibt
die Beobachtung, dass heißes Wasser unter bestimmten Bedingungen
schneller gefrieren kann als kälteres Wasser. Das widerspricht
zunächst unserer Intuition. Tatsächlich lässt sich der Effekt nicht
immer beobachten und hängt von verschiedenen Versuchsbedingungen ab.
Wer mehr darüber erfahren möchte, findet einen ausführlichen Artikel
meines Kollegen Sebastian Altnau im "Thema des Tages vom 19. Februar
2021".
Eine weitere Besonderheit ist die hohe spezifische Wärmekapazität von
Wasser. Einfacher ausgedrückt: Wasser kann große Mengen Wärmeenergie
aufnehmen, ohne dass seine Temperatur dabei besonders stark ansteigt.
Um ein Kilogramm Wasser um ein Grad Celsius zu erwärmen, sind rund
4200 Joule Energie erforderlich.
Wie viel das ist, zeigt ein Blick auf den Bodensee. Sein
Wasservolumen beträgt ungefähr 50 Billionen Liter. Um diese
Wassermenge um 10 Grad Celsius zu erwärmen, sind rund 581
Terawattstunden Energie nötig. Zum Vergleich: Der Stromverbrauch in
Deutschland lag 2023 bei etwa 515 Terawattstunden. Die Erwärmung des
Bodensees um 10 Grad würde also mehr Energie erfordern, wie
Deutschland in einem ganzen Jahr an Strom verbraucht.
Diese Wärmespeicherfähigkeit wirkt sich auch auf unser Klima aus:
Meere und große Seen nehmen im Sommer viel Wärme auf und geben sie im
Winter langsam wieder ab. Dadurch wirken sie ausgleichend auf die
Temperaturen ihrer Umgebung. Diese Eigenschaft des Wassers stellt
gleichzeitig den wichtigsten Puffer unseres Planeten gegen die
globale Erwärmung dar.
Wasser besitzt noch viele weitere bemerkenswerte Eigenschaften. Seine
hohe Oberflächenspannung ermöglicht es beispielsweise kleinen
Insekten, über die Wasseroberfläche zu laufen. Beim Schwitzen hilft
uns die Verdunstung von Wasser, überschüssige Körperwärme abzugeben
und unsere Körpertemperatur zu regulieren. Wasser ist also weit mehr
als eine Flüssigkeit, die wir täglich ganz selbstverständlich nutzen.
Seine besonderen Eigenschaften prägen unsere Umwelt, beeinflussen das
Klima und ermöglichen Leben, wie wir es kennen.
Wie kostbar Wasser ist, zeigt sich auch mit Blick auf die aktuelle
Bodenfeuchte. Zwar hat der regenreiche Oktober vor allem im Westen
und Norden Deutschlands die Wasservorräte in den oberen
Bodenschichten spürbar aufgefüllt. Vom Süden über Teile der Mitte bis
in den Osten sind die Böden in 60 Zentimetern Tiefe jedoch vielerorts
weiterhin deutlich trockener als für Anfang November üblich.
Besonders entlang der Donau und im nördlichen Alpenvorland sowie in
Teilen Brandenburgs und Sachsen-Anhalts besteht weiterhin ein
Bodenfeuchtedefizit.
Eine nachhaltige Entspannung ist vorerst nicht in Sicht. In den
kommenden Tagen sorgt Hochdruckeinfluss meist für ruhiges und
trockenes Wetter. Erst zum Wochenende könnte es in der Südwesthälfte
Deutschlands gebietsweise etwas Regen geben. Wenngleich noch einige
Modellunsicherheiten bestehen, dürften die Mengen allerdings gering
bleiben und vielerorts nur wenige Liter pro Quadratmeter erreichen.
Entsprechend wird sich an der teils noch vorherrschenden Trockenheit
in den kommenden Tagen kaum etwas ändern.
M.Sc.-Met. Sebastian Schappert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 04.11.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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Wetter aktuell
Gekommen um zu bleiben
Hoch KLAUS dominiert das Wettergeschehen in Deutschland - und er
bleibt. Dabei herrscht ruhiges und teils trübes, teils freundliches
Herbstwetter.
Hoch KLAUS liegt aktuell bei den Britischen Inseln und verlagert nun
seinen Schwerpunkt langsam ostwärts bzw. streckt sich nach Südosten
und damit zunehmend in Richtung Deutschland.
Auf der Südost- bzw. Südflanke des Hochs ist eine Luftmasse polaren
Ursprungs eingesickert, die bei größeren Auflockerungen nachts vor
allem in der Mitte und im Süden eine gewisse Frostgefahr mit sich
bringt. Dabei muss in der kommenden Nacht zum Mittwoch vor allem im
Mittelgebirgsraum sowie in den Alpen mit leichtem Nachtfrost bis -2
Grad gerechnet werden. Mit zunehmenden Wolkenlücken steigt in den
kommenden Nächten die Frostgefahr leicht an, insbesondere in der
Nacht zum Freitag kann mit Ausnahme des Nordens wahrscheinlich häufig
leichter Frost um -2 Grad auftreten.
Die interessanteste Frage ist aber, wo und wie lange sich die Sonne
zeigen kann: Am heutigen Dienstag dominiert im Norden entlang einer
sich mehr und mehr abschwächenden Front und Feuchtezone dichtere
Bewölkung, gelegentlich kann dabei auch etwas Regen nicht ganz
ausgeschlossen werden. Im Süden und Südosten sickert mit einer
südöstlichen Höhenströmung noch feuchtere Luft letztlich aus dem
Mittelmeerraum ein. Dort bleibt es häufig trüb. Dazwischen, also etwa
vom Westen bis in die mittleren Landesteile, sind die Chancen auf
Sonnenschein am größten. Zum Mittwoch und vor allem Donnerstag wird
mit Verlagerung des Hochschwerpunktes zu uns die feuchtere Luft in
den genannten Regionen im Norden und Süden/Südosten zunehmend
abgedrängt, die Chancen auf Auflockerungen steigen. Nachts geht das
zumindest gebietsweise mit einer zunehmenden Nebelneigung einher. In
Anbetracht meist geringer Luftbewegung und der fortgeschrittenen
Jahreszeit lösen sich die Nebelfelder tagsüber teils nur langsam,
teils auch gar nicht auf.
Im Norden ist es dabei mild um 10 Grad. Sonst hängen die
Tageshöchstwerte stark von den Sonnenanteilen ab: Mit längerem
Sonnenschein Höchstwerte ebenfalls bei milden 10 bis 12 Grad, im
Dauergrau eher nur 3 bis 5 Grad.
Dipl.-Met. Sabine Krüger
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 03.11.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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