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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben
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Wissenschaft kompakt
Die Wettervorhersage für den D-Day
Am gestrigen Samstag jährte sich der "D-Day" zum 82. Mal. Aus diesem
Grund ist das heutige Thema des Tages diesem Ereignis gewidmet.
Der "D-Day" (Decision Day) am 06. Juni 1944 war der erste Tag der
Invasion der Alliierten (USA, Kanada, Großbritannien und weitere
Verbündete) an der französischen Atlantikküste in der Normandie zur
Zeit des Zweiten Weltkrieges. Diese groß angelegte Militäraktion
startete unter dem Decknamen "Overlord" und beinhaltete die Einnahme
deutscher Stellungen in der Normandie und die Errichtung mehrerer
Brückenköpfe, um den Nachzug weiterer Truppen zu ermöglichen. Von
dort aus sollte dann die Befreiung des westlichen Europas von der
Naziherrschaft erfolgen.
Da diese Militäraktion die Überquerung des unberechenbaren
Ärmelkanals mit teils nur bedingt hochseetauglichen Transportbooten
erforderte, war eine erfolgreiche Landung maßgeblich vom Wetter
abhängig. Die Prognose eines geeigneten Zeitfensters mehrere Tage im
Voraus war zur damaligen Zeit fast nicht möglich, denn bereits die
Vorhersage des nächsten Tages gestaltete sich schwierig. Zumal es
sich bei dieser Region um eine handelt, in der das Wetter sehr
variabel ist. Aufgrund dieser Variabilität ist eine Vorhersage über
mehrere Tage auch heute noch nur begrenzt möglich. Es kann also mit
Fug und Recht behauptet werden, dass diese Wettervorhersage im Jahr
1944 eine der wichtigsten in der Geschichte werden sollte.
Zumal das Militär mehrere Grundvoraussetzungen festlegte:
Ebbe, um mögliche Unterwasserhindernisse des Feindes erkennen zu
können, aber auch Flut, um nicht bereits weit vor der Küste an Land
gehen und sich somit früh im Visier der deutschen Maschinengewehre
bewegen zu müssen;
Trockener und für schwere Fahrzeuge tragfähiger Boden, somit sollte
es in den Tagen zuvor wenig bis gar nicht geregnet haben;
Gute Lichtverhältnisse beim nächtlichen Einsatz von
Transportflugzeugen und Bombern, was vor allem bei Vollmond gegeben
wäre;
Kein Morgennebel und kaum Wolken für gute Sichtbedingungen der
Fallschirmjäger und
Auflandiger Wind von maximal 20 km/h, aber keine Windstille.
Im Mai 1944 wurde der D-Day auf den Morgen des 05. Juni terminiert.
Anfang Juni war das Wetter sehr wechselhaft, da über dem Atlantik ein
Tiefdruckgebiet dem nächsten folgte. Nun sollte der D-Day verschoben
werden. Um den Moment eines Überraschungsangriffs nicht zu versäumen,
wurde der D-Day aber nur um einen Tag verschoben.
Die Vorhersagen wichen damals stark voneinander ab, sowohl bei den
Alliierten untereinander als auch im Vergleich zur deutschen
Vorhersage. Für den 05. Juni sollte der Chefmeteorologe Eisenhowers
recht behalten, denn eine Kaltfront sorgte für viel Wind und Regen,
was die Militäraktion unmöglich gemacht hätte. Hinter der Kaltfront
zeichnete sich für den 06. Juni eine vorübergehende Wetterberuhigung
im Zusammenhang von Zwischenhocheinfluss ab und somit eröffnete sich
ein kurzes Zeitfenster für eine mögliche Invasion. Auf deutscher
Seite rechnete man weiterhin mit wechselhaftem und stürmischem
Wetter. Dies lag auch daran, dass die Deutschen keine Wetterdaten auf
dem Gebiet des Atlantiks zur Verfügung hatten.
Somit wurde am 06. Juni das Überraschungsmoment vonseiten der
Alliierten genutzt, auch wenn sich das Wetter tatsächlich erst im
Tagesverlauf besserte. Viele Soldaten hatten da bereits ihr Leben
lassen müssen, denn insbesondere zu Beginn der Landung waren die
Verluste groß.
M.Sc. Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 07.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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Wetter aktuell
Eine Nebelnacht im Juni
In der vergangenen Nacht von Freitag auf Samstag waren die
Bedingungen in Deutschland recht verbreitet gut für Nebelbildung. Ein
kurzer Rückblick und ein wenig Kontext.
Tiefdruckgebiet PEGGY hatte Deutschland in den vergangenen Tagen
einiges an teils unwetterartigem Niederschlag beschert. Mit Durchgang
der dem Tiefdruckgebiet zugeordneten Kaltfront, sowie den zahlreichen
teils schweren Gewittern in deren Peripherie war bereits am
Donnerstag, dem 04.06.2026 relative verbreitet einiges an
Niederschlag zusammengekommen. Für weite Teile Deutschlands fielen 5
bis 10 mm oft in kurzer Zeit, bei stärkeren Gewitterzellen oder
Mehrfach-Treffern von Gewittern am selben Ort auch um 20 mm. Im Süden
und Südosten von den Alpen bis zum Allgäu hielt sich der frontale
Niederschlag dann ab Donnerstagabend etwas länger, und brachte auch
dort bis in den Freitag hinein zwischen 10 und 15 mm
Niederschlagssummen, teils auch etwas mehr. Rückseitig der
durchgezogenen Kaltfront traten am gestrigen Freitag noch einmal
verbreitet Schauer und insbesondere in der Nordhälfte Gewitter auf.
Die Schaueraktivität ließ zum Abend hin nach und Zwischenhoch
DJAMSCHID sorgte verbreitet für eine sternenklare Nacht. Die
Taupunkte lagen in vielen Regionen nach den Niederschlägen noch
vergleichsweise hoch, während die feuchten Böden durch Verdunstung
zusätzlich Wasserdampf an die bodennahe Luftschicht abgaben. Mit der
nächtlichen Abkühlung sank die bodennahe Lufttemperatur unter klarem
Himmel rasch ab und näherte sich, trotz der vergleichsweise kurzen
Nacht, vielerorts dem Taupunkt an. Dadurch stieg die relative
Luftfeuchtigkeit kontinuierlich an, bis örtlich Sättigung erreicht
wurde. Besonders in windschwachen Niederungen, Fluss- und Tallagen
konnte sich die Luft in Bodennähe stark auskühlen, sodass Wasserdampf
an Aerosolen kondensierte und sich dort Strahlungsnebel(link1)
bildete.
Die Animation des EUMETSAT Satellitenprodukts zeigt anschaulich wie
sich noch vor Mitternacht und in der zweiten Nachthälfte zunehmend
Nebel entlang der unteren Donau und den angrenzenden Flusstälern
Richtung Westen ausbreitete. In westlichen Landesteilen zog zeitweise
hohe und mittelhohe Bewölkung herein, aber auch hier ist zwischen den
Wolken sichtbar wie sich Nebel durch die Fluss- und Gebirgstäler
"fraß": entlang des Mittel- und Niederrheins, der Mosel, verbreitet
in Nordhessen und im Sieger- und Sauerland, sowie weiter südlich
entlang des Mains.
Das dargestellte "Nebel/niedrige Wolken" Produkt (Fog/Low Clouds
Night Microphysics) basiert auf Daten des SEVIRI Sensors an Bord des
geostationären MTG (Meteosat Third Generation) Satelliten. Zur
nächtlichen Nebelerkennung wird vor allem die Differenz der
Helligkeitstemperaturen der infraroten Ausstrahlung bei 10,8 und 3,9
µm genutzt. Nebel und tiefe Stratuswolken bestehen überwiegend aus
sehr kleinen Wassertröpfchen mit Radien in der Größenordnung von 10
µm. Die kleinen Nebeltröpfchen emittieren bei 3,9 µm weniger
effizient als bei 10,8 µm, sodass die gemessene Helligkeitstemperatur
im 3,9-µm-Kanal niedriger ausfällt. Daraus ergibt sich eine
Temperaturdifferenz die charakteristisch für Nebel und tiefe
Wasserwolken ist.
In der vergangenen Nacht entstand teilweise auch dichter Nebel mit
Sichtweiten unter 150 Metern. Dementsprechend wurden in der zweiten
Nachthälfte auch Nebelwarnungen vom DWD herausgegeben, wie auf der
dargestellten Warnkarte von heute früh zu sehen. Nach Sonnenaufgang
löste sich der Nebel rasch auf, die Sichtweiten stiegen wieder und
die Warnungen liefen dementsprechend um 6:00 beziehungsweise 6:30 Uhr
aus.
Dipl.-Met. Thorsten Kaluza
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 06.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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