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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Wetter aktuell

Endlich wieder Durchlüften - aber wie lange?



Nach der Rekordhitze und teils unwetterartigen Gewittern ist die
Hitze vorerst aus Deutschland verdrängt worden. Wie sich die
Wetterlage umgestellt hat und wann der Sommer voraussichtlich
zurückkehrt, erfahren Sie im heutigen Thema des Tages.



Was für ein Sommerwetter! Noch am vergangenen Wochenende schwitzte
Deutschland bei neuen Hitzerekorden. Der vorläufige Höchstwert musste
nach Prüfung der Messdaten sogar noch einmal angepasst werden. In
Möckern-Drewitz lag die Maximaltemperatur am Samstag, den 27. Juni
nicht bei 41,5 °C, sondern bei 41,8 °C ? verursacht durch eine
kurzzeitige Übertragungslücke. Der Wert bleibt bis zur
Abschlussprüfung vorläufig, könnte dann jedoch einen neuen deutschen
Temperaturrekord darstellen. Am Sonntag, den 28. Juni verzeichnete
die Wetterstation im brandenburgischen Coschen 41,7 °C (ebenfalls
vorläufiger Wert).
Im Anschluss folgten zu Beginn der Woche dann schwere Gewitter, die
teilweise von extrem heftigem Starkregen begleitet wurden. Innerhalb
von kürzester Zeit fielen lokal eng begrenzt sintflutartige
Regenmengen vom Himmel. Am Dienstag, den 30. Juni, registrierten die
Stationen Blumberg-Randen und Pfullendorf (beide Baden-Württemberg)
Mengen nahe 50 l/m² in nur einer Stunde. Die bayerische Wetterstation
Bad Staffelstein - Stublang zeichnete in der Nacht zum Mittwoch, den
01. Juli, 24,5 l/m² in nur 10 Minuten auf, die Station in Maßbach
(ebenfalls Bayern) 40,5 l/m² in 24 Minuten.
Nach den teils unwetterartigen Gewittern stellte sich die Wetterlage
schließlich grundlegend um. Am heutigen Freitag, den 03. Juli 2026,
hat der Ausläufer des Ostseetiefs "Zoe" die Hitze erst einmal aus
Deutschland verdrängt. So konnte in der vergangenen Nacht zum Freitag
bei teils einstelligen Tiefstwerten im Bereich der Mittelgebirge
endlich wieder durchgelüftet werden. In Arnsberg-Neheim im
Hochsauerland wurden sogar 7,4 °C gemessen. Kaum ist die Hitze
vorbei, empfinden manche die Nächte schon wieder als zu kühl. Das
Wetter macht es eben selten allen recht. Vielleicht ist es gerade
deshalb eines der beliebtesten Gesprächsthemen.
Der Ausläufer von "Zoe" liegt heute an den Alpen und sorgt dort noch
für dichte Wolken, meist fällt jedoch kein Regen mehr. Im Norden und
Osten sorgt hingegen ein Schwall höhenkalter Luft sowie die Nähe zu
"Zoe" für eine leichte Labilisierung der Atmosphäre. So können sich
dort Quellwolken bilden, vereinzelt treten Schauer auf. Zusammen mit
den dicht gedrängten Isobaren sorgt die Labilisierung dafür, dass der
nordwestliche Wind kräftig auffrischt. Im Binnenland werden dabei
steife bis stürmische Böen erwartet, an auflandigen Küstenabschnitten
sogar Sturmböen.
Der stürmische Wind mutet zusammen mit der rückseitig des
Tiefausläufers eingeflossenen subpolaren Meeresluft fast schon
frühherbstlich an, denn die Höchstwerte steigen nicht mal mehr auf
ein sommerliches Niveau an, bleiben also unter 25 Grad. An den Küsten
werden kaum 20 Grad erreicht. Im Südwesten und Süden ist davon nichts
zu spüren. Dort scheint im Tagesverlauf bei Höchstwerten bis 28 Grad
vielfach die Sonne.
In den nächsten Tagen bleibt dieses Muster weitgehend erhalten.
Während ein weiteres Tief mit dem außergewöhnlichen Namen "Ausynja"
im Norden und Osten Deutschlands für wechselhaftes, teils windiges
Wetter sorgt, beeinflusst ein Ableger des Azorenhochs weiterhin den
Südwesten. Dort zeigt sich vielfach die Sonne und Regen ist
Mangelware. Auch bei der Temperatur macht sich dieses Gefälle
bemerkbar: Während an den Küsten kaum 20 Grad erreicht werden, steigt
die Höchsttemperatur am Oberrhein wieder auf Werte um 30 Grad. Da die
Luft aber meist sehr trocken ist, kühlen die nächtlichen Temperaturen
vielfach unter 17 Grad ab.
Im Laufe der nächsten Woche könnte der Sommer dann deutschlandweit
zurückkehren. Unter Hochdruckeinfluss steigen die Temperaturen
voraussichtlich wieder verbreitet auf sommerliches bis
hochsommerliches Niveau an. Nach aktuellem Stand wird die Hitze
jedoch nicht wieder das Ausmaß von Ende Juni erreichen.


M.Sc.-Met. Sebastian Schappert

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 03.07.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Wetter aktuell


Deutschlandwetter im Juni 2026


Die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte in Deutschland



Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD
in Deutschland.

Besonders warme Orte im Juni 2026*
1. Platz Waghäusel-Kirrlach (Baden-Württemberg) 23,0 °C Abweich. +5,2 Grad
2. Platz Ohlsbach (Baden-Württemberg) 22,6 °C Abweich. +6,2 Grad
3. Platz Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz) 22,5 °C Abweich. +5,7 Grad

Besonders kalte Orte im Juni 2026*
1. Platz Kahler Asten (Nordrhein-Westfalen) 15,8 °C Abweich. +4,7 Grad
2. Platz Carlsfeld (Sachsen) 15,9 °C Abweich. +4,6 Grad
3. Platz Schierke (Sachsen-Anhalt) 16,2 °C Abweich. +3,9 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Juni 2026**
1. Platz Aschau-Stein (Bayern) 214,4 l/m² 79 Prozent
2. Platz Ruhpolding-Seehaus (Bayern) 204,4 l/m² 83 Prozent
3. Platz Bischofswiesen-Winkl (Bayern) 196,5 l/m² 96 Prozent

Besonders trockene Orte im Juni 2026**
1. Platz Kitzingen (Bayern) 13,3 l/m² 20 Prozent
2. Platz Holzdorf (Brandenburg) 13,5 l/m² 21 Prozent
3. Platz Loburg (Sachsen-Anhalt) 15,1 l/m² 28 Prozent

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Juni 2026**
1. Platz Konstanz (Baden-Württemberg) 300 Stunden 138 Prozent
2. Platz Passau-Fürstenzell (Bayern) 300 Stunden 139 Prozent
3. Platz Weihenstephan (Bayern) 297 Stunden 142 Prozent

Besonders sonnenscheinarme Orte im Juni 2026**
1. Platz Schwarzburg (Thüringen) 187 Stunden 91 Prozent
2. Platz Oberstdorf (Bayern) 195 Stunden 115 Prozent
3. Platz Garmisch-Partenkirchen (Bayern) 201 Stunden 118 Prozent

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.
* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt
(int. Referenzperiode 1961-1990).
** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen
Monatsmittelwertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der jeweiligen
Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).
Die Sonnenscheindauer wird seit 08/2024 teilweise aus Satellitendaten
abgeleitet.
Hinweis: Einen ausführlichen Monatsrückblick für ganz Deutschland und
alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse


Dipl. Met. Marcel Schmid

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 02.07.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst





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