Besucherstatistik:
bisherige Besucher: 287.938
heute: 35 - gestern: 30
momentan online: 0



Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Mit "Corina" kommt der Sommer zurück



Nach den Unwettern in den vergangenen Tagen und der aktuellen
Dauerregenlage im Süden befinden wir uns auf einem guten Weg der
Besserung: Ab Mittwoch hält der Spätsommer Einzug.


Nach den Unwettern in den vergangenen Tagen, die in Teilen
Deutschlands auftraten und zum Teil erhebliche Schäden verursacht
haben, gibt es nun eine gute Nachricht: Wir sind auf dem Weg der
Besserung.

Das Hoch "Corina" mit Schwerpunkt über der Biskaya verlagert sich in
den kommenden Tagen nach Mitteleuropa und übernimmt die Wetterregie
in Deutschland mit viel Sonnenschein und spätsommerlichen
Temperaturen. Die Wetterberuhigung setzt sich aber nur allmählich
durch.

Am heutigen Dienstag verbleibt die Südosthälfte Deutschlands noch im
Einflussbereich einer Luftmassengrenze, in der es zu schauerartigen,
teils gewittrigen Niederschlägen kommt. An den Alpen und im
angrenzenden Vorland sowie im Bayerischen Wald stellt sich eine
Dauerregenlage eine. Dabei fallen bis Mittwochvormittag Mengen um 30,
stellenweise bis 50 Liter pro Quadratmeter. Bei Gewittern bzw.
schauerartiger Verstärkung kann auch örtlich Starkregen um 25 Liter
in wenigen Stunden auftreten. Unter den dichten Wolken bei Dauerregen
steigen die Temperaturen kaum über 18 Grad an.

Den äußersten Norden dagegen beeinflusst Tief "Bernd I" mit Kern über
dem Nordmeer. Dabei ziehen einzelne Schauer und kurze Gewitter durch.
Dazwischen scheint auch die Sonne bei Höchstwerten um 20 Grad. Dazu
weht ein mäßiger bis frischer Westwind. Die Schauertätigkeit hält
über der Nord- und Ostsee bis in die Nacht zum Mittwoch an.

Von Hoch "Corina" wird heute am ehesten ein breiter Streifen von
Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen bis nach Brandenburg
profitieren. Dort scheint die Sonne neben einigen Wolkenfeldern und
der Regenschirm kann getrost zu Hause bleiben. Mit Sonne klettern die
Temperaturen auf Werte zwischen 21 und knapp 25 Grad. Allerdings wird
die Nacht zum Mittwoch ziemlich frisch: Die Luft kühlt sich auf Werte
zwischen 10 und 6 Grad, in der Eifel sogar bis auf 3 Grad ab.

Abgesehen von Südostbayern, wo man immer noch mit dichten Wolken und
etwas Regen zu kämpfen hat, lacht dank "Corina" neben nur einigen
lockeren Quellwolken die Sonne vom Himmel. Auch die Temperaturen
machen nach einer zum Teil frischen Nacht einen ordentlichen Satz
nach oben mit Höchstwerten zwischen 19 und 25 Grad.

Am Donnerstag und am Freitag hat "Corina" die Lage in ganz
Deutschland fest im Griff: viel Sonnenschein bei Höchstwerten
zwischen 22 und 28 Grad am Donnerstag und 24 und 30 Grad am Freitag.
Auch die Nächte werden allmählich milder.

Am Wochenende könnte das Wetter nicht besser sein: Sonnenschein satt
und Temperaturen tagsüber zwischen 25 und 32 Grad. Dabei muss man
nicht mal Angst haben, dass ein Gewitter den schönen Tag verdirbt.
Wenn überhaupt geschieht es nur an den Alpen.


Dipl.-Met. Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 20.08.2019

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Kräftige Gewitter über Deutschland


Korrigierte Passage:
Tornadoverdacht verneint und Messwert hinzugefügt


Am gestrigen Sonntag entwickelten sich an einer quer über Deutschland
liegenden Luftmassengrenze teils kräftige Gewitter. Besonders die
Fallböen sorgten für erhebliche Schäden.

Am Sonntag, den 18.08.2019, lag eine Luftmassengrenze quasistationär
vom Südwesten bis in den Nordosten über Deutschland. Sie trennte
heiße Luft im Südosten von kühler und sehr feuchter Luft im
Nordwesten. An der Luftmassengrenze bildeten sich am Nachmittag
zunächst sporadisch Gewitter. Zum Abend hin nahm die
Gewitterintensität zu.

Über der Pfalz entwickelte sich eine Gewitterzelle zu einer
sogenannten Superzelle (vgl. Thema des Tages vom 14.07.2019:
https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2019/7/14.html). Diese
zog dann einmal von West nach Ost über das Rhein-Main-Gebiet nach
Unterfranken und verursachte zum Teil erheblichen Sachschaden. Auf
ihrem weiteren Weg über Thüringen nach Sachsen schwächte sich die
Zelle zunächst ab, nahm aber auf Höhe der Zwickauer Mulde wieder
Fahrt auf und zog bis etwa Mitternacht über die Oberlausitz ostwärts
aus Deutschland heraus. Im Zusammenhang mit der Superzelle gab es
heftige Fallböen, Hagel mit Korngrößen bis zu 3 cm und kurzzeitig
starken Regen.

Fallböen können bis zu 200 km/h erreichen und entstehen, wenn kalte
Luft in einem Gewitter nach unten fällt und auf den Boden trifft.
Ursache für die hohen Windgeschwindigkeiten ist eine durch
Abkühlungsprozesse hervorgerufene Beschleunigung der Luft in Richtung
Erdboden. Der Weg der nach unten fallenden Luft wird durch die
Erdoberfläche begrenzt und die nun zur horizontalen Ausbreitung
gezwungene Luft erzeugt heftige Böen am Boden. Oft erscheinen einem
Fallböen wie eine weiße Wand, denn in ihnen herrscht meist der
stärkste Niederschlag inklusive Hagel.

Abseits der Superzelle entwickelten sich sowohl im süddeutschen Raum
als auch im Osten teils kräftige Einzelzellen, diese waren ebenfalls
von heftigen Fallböen (gemessen bis 117 km/h) und kurzzeitigem
Starkregen sowie Hagel (2 bis 4 cm) begleitet. In der Nacht zum
Montag gab es an der sich nun langsam südostwärts verlagernden
Luftmassengrenze weitere, teils kräftige Gewitter über
Baden-Württemberg und Bayern, die sich zum Teil zu größeren
Gewitterkomplexen zusammenschlossen. Diese hielten bis in die frühen
Montagmorgenstunden an, brachten aber hauptsächlich Starkregen und
kaum noch Böen.

In den von Gewittern betroffenen Gebieten fielen oft binnen weniger
Minuten 10 bis 15 Liter pro Quadratmeter. So wurden innerhalb von 10
Minuten in Kahl am Main (BY) 13 Liter und in Darmstadt (HE) 10 Liter
Regen pro Quadratmeter registriert. In Boxberg in Sachsen wurden in 5
Minuten knapp 11 Liter pro Quadratmeter gemessen. Neben dem
kurzzeitig auftretenden starken Regen wurden schwere bis hin zu
orkanartigen Böen registriert. In Roth in Bayern wurden 117 km/h, in
Meiningen (TH) 95 km/h und in Wiesenburg (BB) 90 km/h gemessen. An
der Bundeswehrstation Kümmersbruck (BY) wurde gar eine Orkanböe von
151 km/h gemessen. Da Gewitter lokal unterschiedliche Auswirkungen
haben können, lassen sich weitere Orkanböen nicht ausschließen.

Die größten bisher bekanntgewordenen Schäden traten im
Rhein-Main-Gebiet auf. Dort deckten die Gewitter etliche Dächer ab
und entwurzelten zahlreiche Bäume. Ein Blitzschlag in das Stellwerk
der Deutschen Bahn in Walldorf verursachte Zugausfälle und
Verspätungen im Nah- und Fernverkehr. Aber auch in Brandenburg und
Sachsen wurden von Gewittern Dächer abgedeckt und Bäume entwurzelt.
Schnell häuften sich Meldungen über Tornados in den betroffenen
Regionen. Diese konnten nach Sichtung der Wetterdaten sowie Bild- und
Videomaterial aus den Schadenregionen jedoch nicht bestätigt werden.

Heute beruhigt sich das Wetter. Zwar gibt es im Süden noch
Regenfälle, Gewitter bilden aber die Ausnahme. Auch an der Nordsee
kann es vereinzelt noch Schauer oder Gewitter bilden, eine
Superzelle, wie am gestrigen Sonntag, wird aber nicht erwartet. Auch
in den kommenden Tagen ist in den meisten Regionen nicht mit
Unwettern zu rechnen. Südlich der Donau stellt sich eine
Dauerregenlage ein, bei der lokal bevorzugt im Alpenraum
unwetterartige Regenmengen auftreten können.

Dipl.-Met. Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 19.08.2019

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst





Private Wetterstation Altenmarkt a. d Alz - Alle Angaben ohne Gewähr - (c) Matthias Schwanter   -   Seitengeneration erfolgte in 0.1396 Sekunden.