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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben
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Wetter aktuell
Eine Rückschau und eine Vorschau - wie bewölkt ist es über
Deutschland
Mit dem Blick von aus dem Weltall wagen wir einen Vergleich des
vergangenen Wochenbeginns mit dem anstehenden.
"Start in die neue Woche: Freundlich und im Prinzip störungsfrei" -
Obacht! - so lautete die Überschrift des Thema des Tages vom
vergangenen Montag, dem 06.04.2026. Das Sturmtief Rapunzel
(international Dave) welches über Britannien und Irland gezogen war,
hatte letztes Wochenende mit Sturmböen, einer Kaltfront, sowie
rückseitigen Schauern und Gewittern für unbeständiges Wetter in
Deutschland gesorgt. Zum Wochenbeginn kündigte sich dann der
Wetterumschwung an - von Westen hatte sich Hochdruckeinfluss
durchgesetzt und sorgte von Montag bis in den Donnerstag hinein für
eine sonnige, teils sehr milde, und trockene Witterung. Sehr
eindrücklich zeigt sich die Hochdruckwetterlage im Satellitenfilm für
die ersten drei Tage der vergangenen Woche.
Das ehemalige Sturmtief Rapunzel/Dave zieht im Satellitenfilm als
Wolkenwirbel von Finnland aus südostwärts über Osteuropa hinweg und
bleibt dort mit seinem Frontensystem noch einige Tage wetterwirksam,
während ein mächtiges Tiefdruckgebiet über dem Nordatlantik Richtung
Island zieht (Kerndruck zu Beginn des Satellitenfilms um 960 hPa).
Das atlantische Tief selbst, seine Kaltfront (erkennbar an dem von
Nord nach Süd ausgerichteten Wolkenband), sowie der darüber liegende
Höhentrog (eine im Satellitenfilm nicht direkt ersichtliche, nach
Süden gerichtete Ausbeulung der Höhenströmung) kommen nur schwer
gegen den Hochdruckeinfluss über Zentraleuropa an und weichen
dementsprechend nach Norden und Süden aus. Bereits am Dienstag hatte
sich dadurch im Zusammenhang mit einem Abtropfen in der Höhenströmung
ein Tief westlich von Portugal ausgebildet (ebenfalls deutlich im
Satellitenfilm erkennbar) und insbesondere in Spanien äußerst
ergiebigen Regen gebracht.
Über Deutschland ist der Hochdruckeinfluss des vergangenen
Wochenbeginns im Satellitenfilm sehr eindrücklich. Bis auf
vereinzelte optisch dünne hohe Bewölkung sowie ein Wolkenband aus
tiefer Stratusbewölkung am Dienstag im Nordosten waren die Tage
verbreitet sonnig und die Nächte klar. Dementsprechend blieb es in
ganz Deutschland trocken, tagsüber war es bei Temperaturen über 20°C
teils ungewöhnlich mild, insbesondere im Westen wo zudem wärmere Luft
eingeflossen war. Nachts fiel die Temperatur durch die ungehinderte
Ausstrahlung gebietsweise unter 0 °C.
Nun der schonungslose Vergleich mit dem morgen anstehenden
Wochenbeginn. Dass bis Mittwoch für manche Regionen Deutschlands
einiges an Niederschlag erwartet wird, wurde bereits im gestrigen
Thema des Tages anschaulich präsentiert. Ein Teil der dort
prognostizierten Regenmengen sind zwar bereits am gestrigen Samstag
und heute gefallen, dennoch präsentiert sich der Himmel über
Deutschland im simulierten Prognose-Satellitenfilm des europäischen
IFS Modells im starken Kontrast zum vergangenen Wochenbeginn.
Das Wolken- und Regenband der gestern Nachtmittag von Westen
hereingezogenen Kaltfront liegt heute Nacht (zu Beginn des
Prognose-Satellitenfilms) über dem Süden und Osten Deutschlands und
wandert - beeinflusst durch die umgebenden Wettersysteme und die
Höhenströmung - zunächst vom Osten in den Westen zurück, und
schlussendlich zum Mittwoch hin wieder nach Osten aus Deutschland
hinaus. Einhergehend damit wandert nicht nur der Niederschlag,
sondern es variieren auch die Tageshöchsttemperaturen und die
nächtlichen Minimaltemperaturen - und gestalten somit den
Wochenbeginn äußerst wechselhaft. Zum Mittwoch kündigt sich dann
Wetterberuhigung an, es bleibt trocken und es wird wieder merklich
milder - nicht nur örtlich sondern in weiten Teilen des Landes.
Dipl.-Met. Thorsten Kaluza
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 12.04.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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Wetter aktuell
Findet die Trockenheit ihr Ende?
Niederschlag war im bisherigen April oftmals Mangelware und auch der
März fiel verbreitet zu trocken aus. Doch wie viel Niederschlag fiel
tatsächlich bisher und was sagen die Niederschlagsprognosen?
Das Wort Regen oder Schauer las man in den Wetterberichten im
bisherigen April in Deutschland sehr selten. Umfangreiche
Hochdruckgebiete sorgten hierzulande für eher trockenes und oftmals
sonniges Frühlingswetter. Bereits jetzt stehen schon 60 bis 90
Sonnenstunden zu Buche. Dies bedeutet im Schnitt sechs bis neun
Stunden Sonne pro Tag. Klimatologisch betrachtet wird die aufgeführte
Gesamtsonnenscheindauer erst zum Ende der zweiten Aprildekade
erreicht. Während also die Sonne Überstunden leistet, zeigt sich der
Niederschlag fast überall von seiner sparsamen Seite. Deutschlandweit
fielen seit Beginn des zweiten meteorologischen Frühlingsmonats
häufig nur zwischen 1 und 10 Liter pro Quadratmeter (l/qm). Lediglich
im Norden und im Umfeld der zentralen und östlichen Mittelgebirge
waren es gebietsweise 10 bis 15 l/qm. Etwas aus der Reihe tanzt der
Süden und Südosten Bayerns. Dort gab es in der Fläche bereits 10 bis
20, am Alpenrand örtlich bis 30 l/qm. Der meiste Niederschlag fiel
dort am gestrigen Freitag.
Doch nicht nur der April zeigt sich bisher von seiner trockenen
Seite, sondern auch der März fiel in ganz Deutschland trockener aus
als im vieljährigen Mittel (weitere Informationen hier. Hervor sticht
dabei sicherlich der Osten des Landes. Dort gab es im März regional
insgesamt lediglich um 10 l/qm Monatsniederschlag.
Der Vergleich der Niederschläge von Januar bis März in den Städten
Hamburg, Berlin, Köln und München zeigt, dass es im Januar und März
insgesamt meist trockener war als in den jeweiligen
Vergleichsperioden. Anders präsentierte sich der vergangene Februar.
Dieser war sehr niederschlagsreich und auch in Berlin wurden die
langjährigen Mittelwerte überboten. Dennoch lässt sich konstatieren,
dass es besonders in der Bundeshauptstadt in diesem Jahr bisher viel
zu trocken ist.
Auch der Bodenfeuchteviewer offenbart deutlich, dass im Osten des
Landes zumindest in den oberen Bodenschichten (10 bis 50 cm) ein
leichter Trockenstress herrscht. Insbesondere in Sachsen-Anhalt ist
dies selbst in tieferen Schichten noch der Fall.
Ob die Trockenheit gelindert werden kann und wie viel Niederschlag in
den kommenden Tagen in Deutschland fallen soll, zeigt die folgende
Karte. Hier sind auf Basis verschiedener Modelle die zu erwartenden
Niederschläge vom heutigen Samstag bis Mittwochfrüh dargestellt.
Am meisten Niederschlag zeichnet sich für den Südwesten des Landes
ab. Dort sollen nach Lesart aller Modelle 10 bis 30, laut EZMW lokal
um 50 l/qm Niederschlag fallen. Ansonsten liegen die Mengen
überwiegend zwischen 5 und 15, lokal um 20 l/qm. Allerdings ergibt
sich kein einheitliches Bild in der Prognose und die Berechnungen
gehen teilweise deutlich auseinander. Lediglich im äußersten Osten
und Südosten haben alle Modelle nur wenige l/qm auf der Agenda. Die
Trockenheit wird dort also kaum gelindert werden können.
Dipl.-Met Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 11.04.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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