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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Wetter aktuell

Tag der Flüsse



Wer in Flussnähe wohnt, der sieht jeden Tag, wie wenig Wasser in den
Flüssen derzeit vorhanden ist. Grund dafür ist der seit Wochen
ausbleibende flächige und ergiebige Regen. An größeren Flüssen musste
die Schifffahrt stark eingeschränkt werden, kleinere Flüsse sind
teils nur noch Rinnsale.*


Seit März gab es im Deutschlandmittel keinen Monat mehr mit
ausreichendem Niederschlag. Der langjährige Klimamittelwert
(Referenzjahre 1991 bis 2020) wurde mit dem Monat August sechs Mal in
Folge unterboten. Regional sieht es zwar in den einzelnen Monaten
auch anders aus, das Grundproblem bleibt aber bestehen: Es regnet zu
wenig in der Fläche. Die Gewitter im Sommer oder die
Stauniederschläge im Frühjahr an den Alpen und Mittelgebirgen sorgten
nur auf wenigen Quadratkilometern und nur für kurze Zeit für eine
Entspannung der Trockenheitslage.
Sehen wir uns die gefallenen Niederschläge im Frühjahr 2026 an. Aus
Messwerten aller Stationen des Deutschen Wetterdienstes werden jeden
Monat Summenkarten zum Niederschlag erstellt. Auch nach jeder
Jahreszeit werden die Niederschlagsmengen aufsummiert. Neben der
tatsächlichen Niederschlagshöhe (links im nachfolgenden Bild) kann
man auch immer die Abweichung vom langjährigen Mittel ansehen (rechts
im nachfolgenden Bild).


Dabei fällt für das Frühjahr (Bild oben) der besonders trockene Süden
und Osten auf, wo teils weniger als 75 Liter pro Quadratmeter fielen.
Das entspricht nur gut 50 Prozent des klimatologisch normalen
Niederschlags. Im Sommer (Bild unten) verschiebt sich die Trockenheit
in den Westen und Südwesten des Landes. Mengenmäßig ist zwar im
Sommer mehr Niederschlag gefallen als im Winter, die Abweichung von
der Klimanorm beträgt dennoch gut minus 50 Prozent.



Betrachten wir die Abweichung der aktuell herrschenden Bodenfeuchte
in den oberen Erdschichten (bis 60 cm Tiefe) zur Referenzperiode von
1991 bis 2020, so fällt vor allem der Süden und Südwesten mit
tiefbrauner Farbe auf. Die Abweichung der Bodenfeuchte liegt in
diesen Regionen bei unter -50 Prozent. Die Böden sind demnach halb so
feucht, wie sie es im Mittel in den Jahren 1991 bis 2020 waren.


Es wundert also nicht, dass die Flüsse wenig Wasser führen. Auf den
Seiten der Hochwasserzentralen sieht man vermehrt Pegel mit
Niedrigwasser. Egal ob in Mecklenburg-Vorpommern, Hessen oder
Baden-Württemberg - Begriffe wie "mittleres Niedrigwasser" dominieren
die Karten.



Ein Blick in die Wetterkarten verheißt für die kommenden Tage auch
keine Besserung. Flächiger Niederschlag ist vorerst nicht in Sicht.
Stattdessen überwiegen Sonnenschein und spätsommerliche Wärme. Erst
nach Wochenmitte bringt eine Front Regen in die Westhälfte
Deutschlands. Regional könnte dieser im Nordwesten und Westen auch
kräftig ausfallen und die Dauerregenschwellen überschreiten. Nach
Osten kommt die Front jedoch nicht, Hoch Arno stellt sich wie ein
Bollwerk dagegen und lässt sie über der Mitte Deutschlands
verhungern. In weiterer Folge deutet sich bereits wieder hoher
Luftdruck und damit mehrheitlich trockenes Wetter an.

Dipl.-Met. Jacqueline Kernn

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 27.09.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Wetter aktuell

Ungewöhnlicher warmer Altweibersommer



Sehr warmes Wetter mit rekordverdächtigen Höchsttemperaturen erwartet
uns in einigen Landesteilen in den kommenden Tagen. Worin liegt die
Ursache für dieses fulminante Spätsommer-Comeback und wie lange hält
diese sehr warme Witterung an?



Aktuell erstreckt sich eine Hochdruckbrücke von Westeuropa über
Mitteleuropa bis nach Russland. Dabei ist die zuvor eingeflossene
Luftmasse subpolaren Ursprungs zur Ruhe gekommen und in den bereits
sehr langen und klaren Nächten sanken die Temperaturen deutlich ab.
So kam es auch in der vergangenen Nacht stellenweise wieder zu
Bodenfrost. Vereinzelt gab es sogar Luftfrost. Am kältesten wurde es
dabei in einigen Tallagen der Mittelgebirge. Im Nordwesten des Landes
und auf den Bergen der Mittelgebirge blieb es dagegen deutlich
milder. Grund für die höheren Temperaturen auf den Bergen war eine
markante Temperaturinversion im Südwesten, die sich über Nacht
gebildet hatte. Im Nordwesten zogen dagegen hohe Wolken auf, die sich
auf der Vorderseite eines von Westen herannahenden Troges
entwickelten.
Dieser Trog schwenkt am heutigen Samstag über Dänemark hinweg nach
Südskandinavien. Damit verbunden ist ein Tief in Bodennähe, dessen
Kaltfront allerdings kaum vorankommt und von einem sich von Westen
heranrückenden Höhenrücken überlagert wird. Somit fällt auch im
Norden und Nordwesten nur stellenweise etwas Regen. In den restlichen
Landesteilen zeigt sich die Sonne häufiger, im Süden scheint sie dort
sogar ungestört von früh bis spät. Mit dem Zustrom sehr warmer
Luftmassen aus Südwesteuropa steigen die Temperaturen im Vergleich zu
den Vortagen weiter an. So werden in der Südwesthälfte Spitzenwerte
von 23 bis 29 Grad erwartet. Entlang des Oberrheins sind örtlich auch
bis zu 30 Grad möglich.
Am Sonntag dehnt sich der Höhenrücken langsam weiter in Richtung
Osteuropa aus. Damit verbunden ist eine Hochdruckzone am Boden, die
sich von Russland bis nach Mitteleuropa erstreckt, womit die Strömung
auf südliche Richtungen dreht. Dadurch werden subtropische Luftmassen
herangeführt. Bei Temperaturen von 10 bis 16 Grad in 1,5 Kilometern
Höhe und bis zu 32 Grad am Oberrhein in Bodennähe sind Dekadenrekorde
an einzelnen Stationen durchaus wahrscheinlich. Möglicherweise könnte
sogar der höchste deutschlandweite Dekadenrekord von 32,2 Grad,
gemessen am 21.09.2018 im sächsischen Klipphausen-Garsebach, erreicht
werden.
Und auch in der kommenden Woche bleibt uns das überwiegend
freundliche und sehr warme Spätsommerwetter erhalten. Zu Wochenbeginn
entwickelt sich über dem östlichen Atlantik ein kräftiges Sturmtief.
Dieses Sturmtief verlagert sich aufgrund eines kräftigen,
blockierenden Hochs über Skandinavien bis zur Wochenmitte nach
Nordwesten in Richtung Island. Dabei wird ab Dienstag erneut ein
Schwall sehr warmer Luft subtropischen Ursprungs über West- und
Mitteleuropa nach Norden geführt. Damit sind am Dienstag und Mittwoch
auch in den Niederungen im Westen örtlich Temperaturen bis zu 30 Grad
möglich. Somit sind dort und vor allem im Südwesten des Landes
mehrere Tage mit Höchsttemperaturen um 30 Grad möglich.
Erst in der zweiten Wochenhälfte könnte es von Westen her zu einer
sukzessiven Abkühlung kommen. Dann sind auch zumindest vorübergehend
schauerartige Niederschläge und einzelne Gewitter möglich. Am besten
stehen die Chancen auf signifikante Niederschlagsmengen in der
Westhälfte des Landes. Allerdings nehmen gleichzeitig die
Unsicherheiten in der Modellwelt deutlich zu. Somit bleibt
abzuwarten, ob auf die spätsommerliche Wetterepisode auch
nennenswerte Niederschläge folgen. Eines steht aber fest: Der Sommer
scheint sich auch Ende September noch nicht ganz geschlagen zu geben!



M.Sc.-Met. Nico Bauer

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 26.09.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst





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