Besucherstatistik:
bisherige Besucher: 275.966
heute: 45 - gestern: 45
momentan online: 1



Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Auf dem Weg zum (Bergland)winter...



Es ist einiges los am zweiten Adventswochenende in Deutschland.
Sturm, Regen und Gewitter wecken bei vielen nicht gerade das
Verlangen sich längere Zeit im Freien aufzuhalten. Was für einen
2.Advent allerdings noch fehlt, ist der Schnee. Diesen wird es am
heutigen Sonntag abgesehen von höheren Alpenlagen wohl nicht mehr
geben, in der kommenden Woche sieht es aber für Winterfans gut aus
für die Berge, insbesondere im Erzgebirge und am Alpenrand.

Aber der Reihe nach. Verantwortlich für das aktuell turbulente Wetter
ist Sturmtief MARIELOU, dessen Kern über Südschweden liegt.
Deutschland befindet sich auf seiner Südflanke in einer lebhaften
westlichen Strömung. Mit dieser werden wiederholt schauerartig
verstärkte Niederschläge von West nach Ost über das Land geführt,
auch Blitz und Donner sind vereinzelt mit von der Partie. Der Regen
wird dabei vor allem in der Südhälfte von einem teils stürmischen
Wind begleitet.

Interessant wird es in den nächsten Tagen, wenn sich MARIELOU etwas
ostwärts zum Baltikum verlagert und sich gleichzeitig ein
blockierendes Hochdruckgebiet aufbaut, das sich von Frankreich zum
Nordmeer erstrecken soll. Damit dreht die Strömung über Deutschland
von West auf Nordwest. Diese Umstellung hat mehrere Konsequenzen.
Zum einen wird am Montag für die Nordsee eine Sturmflut erwartet.
Zum anderen sind tiefdruckgeprägte Nordwestwetterlagen der
Schneebringer für das Bergland schlechthin.

Warum dies so ist, kann man sich leicht ausmalen. Wenn die Strömung
auf ein Hindernis trifft, dann muss die Luft irgendwohin ausweichen.
Eine Möglichkeit ist das Umströmen des Hindernisses. Je nach Form und
Höhe ist die Konsequenz aber häufig, dass die Luft zum Aufsteigen
gezwungen wird. Dabei kühlt die Luft ab und es bilden sich Wolken und
Niederschlag. Das ist der typische Staueffekt an Gebirgen. Die
Niederschläge gehen damit in den Staulagen von einzelnen Schauern in
länger anhaltende Niederschläge mit schauerartigen Verstärkungen
über. Der Prozess funktioniert umso besser, desto steiler der Winkel
zwischen Gebirge und Anströmungsrichtung ist.

Für Schnee braucht es natürlich auch kalte Luftmassen und auch da
hilft die Wetterumstellung. Mit der nordwestlichen Strömung werden
Luftmassen polaren Ursprungs über die Nordsee landeinwärts geführt.
Dabei geht die Temperatur im höheren Bergland in den Frostbereich
zurück, während im Tiefland die Höchstwerte positiv bleiben. Fertig
ist der Berglandwinter.

Schnee wird zwar überall im Bergland erwartet, tiefwinterlich dürfte
es aber vor allem im Harz, vom Erzgebirge bis zum Zittauer Gebirge
sowie am Alpenrand werden. Dort werden von Montag bis Mittwoch
Neuschneemengen im zweistelligen Bereich erwartet. Im Harz werden in
Staulagen 10 bis 20 cm Neuschnee prognostiziert, im Westerzgebirge
vereinzelt sogar bis zu 30 cm. Richtig dick wird der Neuschneezuwachs
insbesondere am Alpenrand ausfallen. Dort können staubedingt 20 bis
40 cm Neuschnee bis zur Mitte der Woche zusammenkommen, vereinzelt
sind in höheren Lagen von Allgäu und Berchtesgadener Land auch Summen
bis 70 cm im Bereich des Möglichen.
Dazu bleibt der Wind bis einschließlich Dienstag noch lebhaft, sodass
auch Schneeverwehungen in höheren Lagen auftreten können. Erst zum
Mittwoch lässt der Wind dort deutlich nach.

Damit ist dann der Winter im dauerfrostigen Bergland angekommen. Für
tiefe Lagen reicht das Temperaturniveau allerdings noch nicht. Ab
Mitte der Woche werden aber auch dort Höchstwerte nur noch im
einstelligen Bereich und Nachtfröste erwartet, sodass zumindest die
Glätteproblematik in den Fokus rückt. Verantwortlich dafür ist, dass
sich hoher Luftdruck über Skandinavien einstellt und dadurch mit
östlichen Winden kontinentale Kaltluft angesaugt wird. Wie
nachhaltig diese Ostwetterlage wird und ob neben kälteren
Temperaturen der Winter vom Bergland zum kommenden Wochenende auch
ins Tiefland vordringt ist noch fraglich, denn es gibt noch größere
Fragezeichen und Unterschiede in den Vorhersagemodellen. Zumindest
einem Ausflug in den Berglandwinter steht aber natürlich nichts im
Wege.


Dipl.-Met. Marcus Beyer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 09.12.2018

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Bewegter zweiter Advent


Lange hat die typische Westwetterlage in Deutschland auf sich warten
lassen. Nun ist sie da. Mit einer kräftigen westlichen Strömung
ziehen seit gut einer Woche immer wieder Tiefdruckgebiete über
Mittel- und Nordeuropa hinweg, die einen sehr wechselhaften
Witterungsabschnitt in Deutschland eingeleitet haben. Endlich ist der
lang ersehnte flächendeckende Regen, der seit April fehlt, nach
Deutschland zurückgekehrt. Dieser hat schon mal für eine Entspannung
der Dürresituation gesorgt.
Neben Regen kommt jetzt durch das Tief "Marielou" auch der Sturm nach
Deutschland. Schon am gestrigen Freitag sind bei der zugehörigen
Kaltfrontpassage vor allem in der Mitte und im Süden Deutschlands
sowie an der Küste Sturmböen, vereinzelt auch schwere Sturmböen, im
Bergland sogar Orkanböen aufgetreten. Spitzenreiter war Tholey in
Saarland mit 93 km/h, gefolgt von Weißenburg in Bayern mit 91 km/h
und Mühldorf am Inn, ebenfalls in Bayern, mit 89 km/h. Der Brocken im
Harz und der Feldberg im Schwarzwald hatten vollen Orkan mit Böen bis
125 km/h bzw. 122 km/h.
Der Sturm bleibt für große Teile Deutschlands am heutigen Samstag und
am Sonntag ein Thema. Weitere Sturm-, teils auch schwere Sturmböen
bis 100 km/h, auf den Bergen Böen bis Orkanstärke um 130 km/h werden
erwartet. Also aufgepasst, wer in den Wäldern oder Parks spazieren
gehen will. Der Besuch der Weihnachtsmärkte zum zweiten Advent wird
zudem eine ungemütliche Angelegenheit, denn der Sturm peitscht den
Regen ins Gesicht und die Regenschirme können bei waagerecht
fliegenden Regentropfen ihren Zweck nicht erfüllen. Am Montag
schwächt sich der Wind zwar ab, jedoch sind starke bis stürmische
Böen, auf den Bergen Sturmböen weiterhin wahrscheinlich.
"Marielou" hat auch viel Regen in Gepäck: Insgesamt werden bis Montag
verbreitet 10 bis 20 Liter pro Quadratmeter, in Staulagen der
Mittelgebirge 30 bis 50 Liter pro Quadratmeter und an den Alpen 50
bis 80 Liter pro Quadratmeter erwartet. Für die Flüsse gibt es also
eine weitere Ladung Regen.
Zur Freude der Wintersportler fließt ab Sonntag kältere Luft nach
Deutschland ein. Dabei sinkt die Schneefallgrenze zunächst auf etwa
600 bis 800 m, in der neuen Woche auf 200 bis 400 m ab. Vor allem die
Alpen bekommen staubedingt bis Dienstag eine ordentliche
Schneepackung. Oberhalb von 800 bis 1000 m werden dort 20 bis 40 cm,
in Staulagen auch an die 50 cm Neuschnee erwartet. Im Erzgebirge,
Bayerischen Wald und Schwarzwald gibt es immerhin noch um 10 cm
Neuschnee.
Ob es zur Mitte der nächste Woche zu weiteren Schneefällen in den
Bergen kommt, oder ob es wieder milder wird, ist aus heutiger Sicht
unsicher.

Dipl.-Met. Marco Manitta
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 08.12.2018

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst





Private Wetterstation Altenmarkt a. d Alz - Alle Angaben ohne Gewähr - (c) Matthias Schwanter   -   Seitengeneration erfolgte in 0.1294 Sekunden.