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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben
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Wetter aktuell
Niederschlagsdefizit - Was bringt der Wetterwechsel
Seit dem Frühling gibt es in der Mitte und im Süden des Landes ein
enormes Niederschlagsdefizit. Der bevorstehende unbeständige
Wetterabschnitt ist allenfalls der erste Schritt zu einer möglichen
Normalisierung.
Das derzeitige Niederschlagsdefizit im Süden und Südwesten des Landes
ist immens. Bereits seit dem Frühling fehlen dort Monat für Monat
Niederschläge. Gleichzeitig war die Verdunstung in dem heißen und
sonnigen Sommer überdurchschnittlich hoch. Die Karten der
?Klimatischen Wasserbilanz? zeigen das Defizit für den Frühling und
den Sommer. Im Süden und Südwesten betrug das Defizit im Frühling
verbreitet 50 bis 250 mm. Im Sommer fehlten verbreitet 125 bis 250
mm, am Alpenrand und im Schwarzwald war das Defizit sogar noch
größer. Summiert beträgt das Defizit gebietsweise 200 bis 500 mm oder
anders ausgedrückt: Es fehlen mehrere Monate Niederschlag.
Die Folgen zeigen sich an vielen Stellen. Wenig überraschend herrscht
seit Längerem in großen Teilen des Südens, aber auch in anderen
Regionen Deutschlands Trockenstress für die Vegetation. Die Böden
sind teils bis in große Tiefe ausgetrocknet. Vor allem im Saarland,
in Rheinland-Pfalz, Südhessen und Baden-Württemberg sowie in Bayern
ist der Trockenstress teilweise extrem. Anschaulich zeigt dies die
Flächendarstellung der Bodenfeuchte unter Gras in 20 bis 30 cm Tiefe
in Abbildung 2.
Exemplarisch zeigt Abbildung 3 die Entwicklung der Bodenfeuchte unter
Gras für Lahr im Oberrheingraben und Augsburg in Bayern. Die Kurve
seit Jahresbeginn zeigt für beide Stationen einen ähnlichen Verlauf.
Zuletzt wurde im März eine überdurchschnittliche Feuchte gemessen.
Seitdem ist der Boden trockener als im Mittel. Häufig bewegte sich
die Feuchte nahe am Minimum für den Vergleichszeitraum von 1991?2020.
Aktuell wird erneut bzw. immer noch eine sehr niedrige Feuchte
verzeichnet.
Eine weitere Folge der ausbleibenden Niederschläge sind tiefe
Grundwasserstände. Die Grundwasserstände sinken seit dem Frühjahr ?
abgesehen von kurzen Unterbrechungen durch Schauer oder Gewitter ?
meist kontinuierlich und haben in den besonders trockenen Regionen
teils neue Tiefststände erreicht. Ein Beispiel hierfür ist Riedheim
nahe der Donau zwischen Ulm und Donauwörth in Bayern (siehe Abbildung
4).
Auch führen die großen Flüsse in Deutschland weiterhin Niedrigwasser,
teils werden neue Rekordtiefststände für die Jahreszeit gemessen. Auf
dem Bodensee musste wegen des tiefen Pegels gebietsweise die
Schifffahrt eingestellt werden. Etwa einen Meter niedriger als zu
dieser Jahreszeit üblich liegt der Seespiegel. Den niedrigsten Stand
erreicht der Bodensee normalerweise erst im Februar oder März, kurz
vor Beginn der Schneeschmelze in den Alpen.
Der Blick auf die zukünftigen Wetteraussichten zeigt eine Umstellung
zur Wochenmitte. Statt Hochdruckeinfluss setzt sich von Westen
zunehmend Tiefdruckeinfluss durch. Ein kräftiges Tief zieht von
Frankreich nach Schweden und bringt landesweit unbeständiges Wetter.
Beginnend ab Mittwochabend breiten sich im Westen Regen und auch
einzelne Gewitter ostwärts aus. Bis Ende der Woche bleibt es
unbeständig und zudem deutlich kälter als aktuell. Die Niederschläge
werden aber wenig überraschend nicht gleichmäßig verteilt sein.
Besonders nass wird es im Nordseeumfeld, wo das vergleichsweise warme
Wasser die Konvektion verstärkt. Ein weiterer Schwerpunkt wird sehr
wahrscheinlich der Alpenrand sein; dort verhilft der Anstau zu
höheren Niederschlagsmengen. Ansonsten gilt als grobe Regel: Je
weiter westlich, desto mehr Niederschlag.
Bis Ende der Woche simulieren die verschiedenen Modelle an Nordsee
und Alpenrand 40 bis 60 l/qm, lokal um 80 l/qm, ansonsten im Westen
15 bis 40 l/qm und im Osten 3 bis 20 l/qm. Das vorhandene Defizit
wird dadurch bei Weitem nicht ausgeglichen. Zumindest ein erster
Schritt ist damit aber getan.
M.Sc. Met. Thore Hansen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 06.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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Wetter aktuell
Wetterentwicklung
Zunächst überwiegend ruhiges, nach Nebel freundliches und mildes
Herbstwetter. Zur Wochenmitte deutlich wechselhafter mit teils
längerem Regen und dabei kühler.
Aktuell gestaltet sich das Wetter durch doch recht ausgedehnte
Frühnebelfelder leicht herbstlich, im Einflussbereich einer
Hochdruckzone namens DIETER dominiert nach deren Auflösung aber
häufig freundliches bis sonniges Wetter. Bemerkenswert sind dabei die
noch sehr milden Temperaturen mit Tageshöchstwerten oftmals um 20,
vor allem im Süden teils bis 24 Grad.
Am heutigen Montag hat zunächst ein Tief in höheren Luftschichten im
Süden für mehr Bewölkung und bis in die Mittagsstunden auch noch für
Schauer oder schauerartigen Regen gesorgt. Nachfolgend setzt sich
auch dort erstmal das freundliche Herbstwetter durch. Nachts bildet
sich Nebel. Das angesprochene Tief in höheren Luftschichten kann aber
am Dienstagnachmittag und -abend im Südosten und insbesondere im
Alpenraum erneut für Quellwolken und einzelne Schauer oder
vereinzelte Gewitter sorgen. Auch im Norden ist das Herbstwetter
meist nicht ganz so freundlich. Dort schleifen Frontensysteme mit
häufig stärkerer Bewölkung und zeitweise etwas Regen.
Die interessanteste Wetterentwicklung dieser Woche steht uns in der
zweiten Wochenhälfte ins Haus. Dann bildet sich an einem
langgezogenen Frontensystem über der südlichen Nordsee ein
Tiefdruckgebiet, dass sich zum Donnerstag noch etwas verstärken kann
und ostwärts Richtung Ostsee zieht. Die dazugehörende Kaltfront
überquert Deutschland ab Mittwochabend von Nordwest nach Südost, der
Alpenrand wird voraussichtlich Donnerstag früh oder -vormittag
erreicht. Im Vorfeld der Front können Mittwochabend im Westen und
Südwesten bereits Schauer und einzelne Gewitter auftreten. Insgesamt
regnet es an der Front in der Nacht zum Donnerstag und am Donnerstag
verbreitet, teils schauerartig verstärkt, anfangs lokal gewittrig und
insbesondere am Alpenrand auch anhaltender bis in den Freitag. Zudem
fließt frontrückseitig mit einer nördlichen bis nordwestlichen
Strömung deutlich kühlere Luft ein. Damit ist dann ab Donnerstag
Schluss mit den sehr milden Temperaturen. Wir bewegen uns dann in
einem der Jahreszeit eher entsprechenden Bereich meist zwischen 13
und 16 Grad. Außerdem sorgt die Abkühlung bei anhaltenden
Niederschlägen in der Nacht zum Freitag wahrscheinlich auch für ein
Absinken der Schneefallgrenze in den Alpen auf Werte um 1500 m.
Auch im weiteren Verlauf am kommenden Wochenende gestaltet sich das
Wetter voraussichtlich eher wechselhaft. Die Temperaturen bewegen
sich weiterhin etwa im jahreszeitlich normalen Rahmen.
Dipl.-Met. Sabine Krüger
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 05.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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