Besucher: 88



Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Wetter aktuell

Findet die Trockenheit ihr Ende?


Niederschlag war im bisherigen April oftmals Mangelware und auch der
März fiel verbreitet zu trocken aus. Doch wie viel Niederschlag fiel
tatsächlich bisher und was sagen die Niederschlagsprognosen?


Das Wort Regen oder Schauer las man in den Wetterberichten im
bisherigen April in Deutschland sehr selten. Umfangreiche
Hochdruckgebiete sorgten hierzulande für eher trockenes und oftmals
sonniges Frühlingswetter. Bereits jetzt stehen schon 60 bis 90
Sonnenstunden zu Buche. Dies bedeutet im Schnitt sechs bis neun
Stunden Sonne pro Tag. Klimatologisch betrachtet wird die aufgeführte
Gesamtsonnenscheindauer erst zum Ende der zweiten Aprildekade
erreicht. Während also die Sonne Überstunden leistet, zeigt sich der
Niederschlag fast überall von seiner sparsamen Seite. Deutschlandweit
fielen seit Beginn des zweiten meteorologischen Frühlingsmonats
häufig nur zwischen 1 und 10 Liter pro Quadratmeter (l/qm). Lediglich
im Norden und im Umfeld der zentralen und östlichen Mittelgebirge
waren es gebietsweise 10 bis 15 l/qm. Etwas aus der Reihe tanzt der
Süden und Südosten Bayerns. Dort gab es in der Fläche bereits 10 bis
20, am Alpenrand örtlich bis 30 l/qm. Der meiste Niederschlag fiel
dort am gestrigen Freitag.


Doch nicht nur der April zeigt sich bisher von seiner trockenen
Seite, sondern auch der März fiel in ganz Deutschland trockener aus
als im vieljährigen Mittel (weitere Informationen hier. Hervor sticht
dabei sicherlich der Osten des Landes. Dort gab es im März regional
insgesamt lediglich um 10 l/qm Monatsniederschlag.

Der Vergleich der Niederschläge von Januar bis März in den Städten
Hamburg, Berlin, Köln und München zeigt, dass es im Januar und März
insgesamt meist trockener war als in den jeweiligen
Vergleichsperioden. Anders präsentierte sich der vergangene Februar.
Dieser war sehr niederschlagsreich und auch in Berlin wurden die
langjährigen Mittelwerte überboten. Dennoch lässt sich konstatieren,
dass es besonders in der Bundeshauptstadt in diesem Jahr bisher viel
zu trocken ist.


Auch der Bodenfeuchteviewer offenbart deutlich, dass im Osten des
Landes zumindest in den oberen Bodenschichten (10 bis 50 cm) ein
leichter Trockenstress herrscht. Insbesondere in Sachsen-Anhalt ist
dies selbst in tieferen Schichten noch der Fall.

Ob die Trockenheit gelindert werden kann und wie viel Niederschlag in
den kommenden Tagen in Deutschland fallen soll, zeigt die folgende
Karte. Hier sind auf Basis verschiedener Modelle die zu erwartenden
Niederschläge vom heutigen Samstag bis Mittwochfrüh dargestellt.


Am meisten Niederschlag zeichnet sich für den Südwesten des Landes
ab. Dort sollen nach Lesart aller Modelle 10 bis 30, laut EZMW lokal
um 50 l/qm Niederschlag fallen. Ansonsten liegen die Mengen
überwiegend zwischen 5 und 15, lokal um 20 l/qm. Allerdings ergibt
sich kein einheitliches Bild in der Prognose und die Berechnungen
gehen teilweise deutlich auseinander. Lediglich im äußersten Osten
und Südosten haben alle Modelle nur wenige l/qm auf der Agenda. Die
Trockenheit wird dort also kaum gelindert werden können.


Dipl.-Met Marcel Schmid

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 11.04.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Wissenschaft kompakt

Von Türmchen, Fasern und Linsen



Die Hochdruckwetterlage der vergangenen Tage erzeugte regional einige
interessante Wolkenformen, die man nicht so häufig beobachten kann.
Eine passende Gelegenheit, um ein paar dieser speziellen Formationen
unter die Lupe zu nehmen.



Jede Wolke ist für sich genommen ein Unikat. Nichtsdestotrotz treten
verschiedene Bewölkungsformen immer wieder auf, sodass man eines
Tages ein Klassifizierungssystem entwickelt hat, um diese Formen
einzuordnen. Dabei hat man sich an der Biologie orientiert und
unterteilt die verschiedenen Wolkenformen nach Gattung, Art und
Unterart. Daneben gibt es noch bestimmte Zusatzeigenschaften, die an
allen Wolkenarten auftreten können.


Grundsätzlich unterteilt man Bewölkung in drei bzw. vier verschiedene
Gattungen nach der Höhe ihres Auftretens: Tiefe, Mittelhohe und Hohe
Wolken. Neben diesen drei gibt es noch Wolkengattungen, die sich über
mehrere oder alle Stockwerke erstrecken. Es existieren insgesamt zehn
Gattungen. Zu den hohen Wolken gehören dabei Cirrus (Ci),
Cirrocumulus (Cc) und Cirrostratus (Cs). Zu den mittelhohen Wolken
gehören Altocumulus (Ac) und Altostratus (As). Stratocumulus (Sc) und
Stratus (St) bilden die tiefe Bewölkung. Daneben gibt es mit Cumulus
(Cu), Nimbostratus (Ns) und Cumulonimbus (Cb) drei Gattungen mit
großer vertikaler Ausdehnung über mehrere Stockwerke.
All diese Wolkengattungen können in Form verschiedener Arten
auftreten. Einige interessante davon sind z.B. Castellanus,
Lenticularis und Fibratus.


Castellanus


Castellanus (cas) bezeichnet Wolkenarten, die Quellungen in Form
kleiner Türmchen aufweisen, die aber an ihrer Basis miteinander in
Verbindung stehen. Sie können an Cirrus-, Cirrocumulus-, Altocumulus-
oder Stratocumulusbewölkung auftreten. Castellanus-Wolken weisen auf
vorhandene Labilität in der Troposphäre hin und können erste
Anzeichen bevorstehender Gewitterentwicklungen sein.


Lenticularis


Lenticularis (len) bezeichnet linsenförmige Wolken. Sie zeichnen sich
durch eine laminare Erscheinungsform aus und können mitunter auch wie
eine Art "UFO" aussehen. Lenticularis-Wolken treten in erster Linie
bei Föhn auf und bilden sich oft auf der Leeseite der Gebirge durch
dort entstehende Schwerewellen. Abseits davon können sich
Lenticularis auch bei starker Richtungsscherung und dadurch
entstehenden Scherungswellen bilden. Sie treten hauptsächlich an
Cirrocumulus, Altocumulus und Stratocumulus auf.


Fibratus


Fibratus-Wolken (fib) entstehen vor allem an Cirrus- oder
Cirrostratus-Wolken. Dabei bezeichnen sie dem Namen nach einen
bestimmten faserigen Charakter, wobei sich diese Fasern mitunter über
einen größeren Teil des Himmels erstrecken können. Sie entstehen u.a.
durch hohe Windscherung in großen Höhen.


Neben einigen Arten gibt es auch noch Unterarten und Spezialformen,
die es sich lohnt, näher zu betrachten.


Mammatus


Mammatuswolken (mam) bezeichnen Wolken mit beutelförmigen
Ausbuchtungen nach unten. Am häufigsten kommen diese an den
Eisschirmen bzw. dem Amboss von Cumulonimbuswolken vor. Daneben
können sie aber auch an fast allen anderen Gattungen auftreten. Der
genaue Entstehungsmechanismus von Mammatuswolken ist nicht
vollständig erforscht, eine Rolle spielen hohe Windscherung sowie
Verdunstungs- und Abkühlungsvorgänge an der Unterseite der Wolke.


Virga


Virga (vir) bezeichnet einen Niederschlagsfallstreifen unterhalb
einer Wolke, der aber den Boden nicht erreicht. Meistens handelt es
sich dabei um Niederschlag in fester Form (Schnee, Eiskörner,
Kristalle, etc.), an tiefer Bewölkung aber auch in flüssiger Form,
der in darunterliegenden trockenen Schichten verdunstet, bevor er den
Erdboden erreicht.


Cirrus virga und Altocumulus virga waren beispielsweise in den
letzten Tagen vermehrt im südlichen Hessen zu beobachten, vor allem
in der Region zwischen Frankfurt am Main und dem Rheingau westlich
von Mainz und Wiesbaden.


Weitere Informationen zu den verschiedenen Wolkentypen finden sich im
"International Cloud Atlas" der WMO oder im Karlsruher Wolkenatlas.


M.Sc. Felix Dietzsch

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 10.04.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst





Private Wetterstation Altenmarkt a. d Alz - Alle Angaben ohne Gewähr - (c) Matthias Schwanter   -   Seitengeneration erfolgte in 0.2275 Sekunden.