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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben
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Wetter aktuell
Supertaifun BAVI
Während bei uns schon wieder hoher Luftdruck vorherrscht, ist in
Südostasien weiterhin Taifun BAVI unterwegs. Gestartet ist er Ende
Juni Nähe der Marshallinseln als Störung. Seitdem hat er über 5000
Kilometer zurückgelegt und trifft nun als Taifun der Kategorie 1 auf
Südostchina.
Bereits Ende Juni wurde auf Satellitenbildern die Entwicklung einer
Störung über den Marshallinseln erkannt. Zunächst handelte es sich um
ein normales Tiefdruckgebiet, das sich erst nordwärts und später
westwärts verlagerte. Dabei entwickelte sich aus dem tropischen
Tiefdruckgebiet westlich der Marshallinseln rasch ein tropischer
Sturm. Anfang Juli wurde das Tief von der japanischen
meteorologischen Agentur (JMA) auf den Namen BAVI getauft. Bei
niedriger Windscherung (um 15 Kilometer pro Stunde) und hoher
Wassertemperatur (knapp 30 Grad) konnte sich das Tief rasch zu einem
Taifun und schließlich Supertaifun (Windgeschwindigkeiten über 252
km/h) entwickeln. BAVI ist nach SINLAKU der zweite heftige Taifun der
laufenden Saison.
BAVI traf am 05. Juli auf den nördlichen Teil der Insel Rota
(zugehörig zu den Marianeninseln) und zog west-nordwestwärts weiter.
Die JMA schätzte bei einem Kerndruck von 910 Hektopascal (hPa) die
Windgeschwindigkeiten auf 205 Kilometer pro Stunde (km/h). Das Joint
Typhoon Warning Center (JTWC) ging hingegen von Windgeschwindigkeiten
um 285 km/h und einem Kerndruck von 901 hPa aus. Damit wäre BAVI
einer der stärksten Taifune, der auf den Nördlichen Marianen je
verzeichnet wurde.
Vom 07. auf den 08. Juli erreichte BAVI philippinisches Hoheitsgebiet
und bekam den Namen INDAY. Zunehmende Windscherung und kühleres
Wasser sorgten für die Abschwächung des Systems. Ein subtropischer
Rücken lenkte es zudem nordwärts ab, sodass die Philippinen nicht
getroffen wurden.
Aktuell (11.07.2026, 11 Uhr MESZ) trifft BAVI mit einem Kerndruck
unter 984 hPa als Taifun der Kategorie 1 etwa 200 Kilometer südlich
der Stadt Hangzhou auf den Südosten Chinas. Die Behörden vor Ort
haben schon vor Tagen vor dem Taifun gewarnt. Innerhalb von 24
Stunden ist mit Regensummen zwischen 150 und 250 Liter pro
Quadratmeter (l/m²) zu rechnen. Laut einiger Lokalmodelle sind sogar
Regensummen um 300 l/m² möglich. Die Windgeschwindigkeiten werden
nach Auftreffen auf Land zwar rasch abnehmen, anfangs sind aber vor
allem im Küstenbereich Ostchinas Böen bis 220 km/h möglich.
Beim Überqueren der südlichen Inseln der japanischen Präfektur
Okinawa in den vergangenen 24 Stunden wurden Windböen bis zu 135 km/h
registriert. Außerdem fielen an der Station Miyakojima bis
Samstagmorgen (mitteleuropäischer Zeit) 157 l/m² an der Station
Iriomotejima 123 l/m² in 24 Stunden.
Dipl. Met. Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 11.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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Wetter aktuell
Trockenheit im Südwesten Deutschlands
Während der Nordosten Deutschlands in den vergangenen beiden Wochen
wiederholt von Schauern und Gewittern profitierte, blieb es im
Südwesten seit rund einer Woche weitgehend trocken. Bereits der
Frühling verlief dort deutlich niederschlagsärmer als üblich. Die
anhaltende Trockenheit hinterlässt inzwischen deutliche Spuren in
Böden, Vegetation und Gewässern.
Der Südwesten Deutschlands erlebt derzeit eine ausgeprägte
Trockenphase. Bereits im Frühjahr sorgten häufige
Hochdruckwetterlagen für ein deutliches Niederschlagsdefizit. Zwar
folgte auf die erste Hitzewelle Ende Mai vorübergehend eine kühlere
und wechselhaftere Witterungsphase mit zahlreichen Schauern und
einzelnen Gewittern, die gefallenen Niederschläge reichten jedoch bei
weitem nicht aus, um das zuvor entstandene Defizit auszugleichen.
Während der anschließenden außergewöhnlich intensiven Hitzewelle Ende
Juni blieb nennenswerter Regen erneut weitgehend aus. Abgesehen von
einzelnen, im Flächenmittel wenig ergiebigen Gewittern fiel kaum
Niederschlag. Gleichzeitig stieg bei Höchsttemperaturen von örtlich
über 40 °C die Verdunstung auf ein sehr hohes Niveau. Mit dem Ende
der Hitzewelle zogen zwar größere Gewitterkomplexe über Teile des
Südwestens hinweg und brachten regional kräftige Regenfälle. Ein
Blick auf die Bodenfeuchte zeigt jedoch, dass das Wasser vielerorts
nur die obersten Bodenschichten erreichte und somit lediglich
vorübergehend für Entlastung sorgte. Die tieferen Bodenschichten
blieben dagegen weiterhin deutlich zu trocken.
Seit einigen Tagen hat sich über Frankreich erneut eine ausgeprägte
Hitzeglocke etabliert. Während der Nordosten Deutschlands unter dem
Einfluss vergleichsweise kühler Meeresluft wiederholt von Schauern
und Gewittern profitierte, blieb es im Südwesten am Rand des
Hochdruckgebietes bislang trocken. Die Kombination aus hohen
Temperaturen, niedriger Luftfeuchtigkeit und zeitweise lebhaftem Wind
ließ die Verdunstung weiter ansteigen und trocknete insbesondere den
Oberboden innerhalb kurzer Zeit erneut deutlich aus.
Ursache der wiederkehrenden Trockenphasen ist die großräumige
Zirkulation über Europa. Seit dem Frühjahr etablierten sich immer
wieder blockierende Hochdruckgebiete über West- und Mitteleuropa.
Diese unterbrechen oder verlagern die für Mitteleuropa typische
West-Ost-Zugbahn der Tiefdruckgebiete, sodass niederschlagsbringende
Frontensysteme häufig nach Norden oder Süden abgelenkt werden.
Zwischenzeitlich gelangten zwar mit westlichen Strömungen etwas
kühlere und feuchtere Luftmassen nach Deutschland, diese gingen
jedoch meist nur mit schauerartigem Regen einher und brachten kaum
flächendeckende, ergiebige Niederschläge. Auch großräumige
Gewitterkomplexe, die im Sommer häufig für eine nachhaltigere
Wasserversorgung sorgen, traten bislang nur selten auf.
Auch wenn die derzeitige Wetterlage durchaus Parallelen zum
Dürresommer 2018 aufweist, ist die Situation nach aktuellem Stand
noch nicht vergleichbar. Dennoch zeigen sich bereits deutliche
Auswirkungen der anhaltenden Trockenheit. Viele Pflanzen leiden unter
Trockenstress, die Wasserstände zahlreicher Flüsse gehen zurück und
die Waldbrandgefahr ist in weiten Teilen des Südwestens hoch.
Auch in den kommenden Tagen zeichnet sich zunächst keine grundlegende
Änderung der Wetterlage ab. Es ist trocken und im Südwesten auch
hochsommerlich heiß. Erst zum Ende der kommenden Woche deuten die
Wettermodelle auf zunehmenden Tiefdruckeinfluss hin. Damit würde
feuchtere und zunehmend schwüle Luft nach Deutschland gelangen,
wodurch das Potenzial für kräftige Schauer und Gewitter ansteigt. Im
weiteren Verlauf deutet sich aus heutiger Sicht eine Rückkehr zu
einer gemäßigt temperierten Westwetterlage mit zeitweiligen
Niederschlägen an, sodass die Trockenheit ab dann voraussichtlich
gelindert wird.
Dipl. Met. Christian Herold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 10.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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