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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Wetter aktuell

Sonne rauf, Temperaturen runter, Niederschlag Fehlanzeige


Nach einer kurzen zyklonal geprägten Phase hat wieder
Hochdruckeinfluss das Zepter übernommen. Von Osten strömt trockenere
und allmählich kältere Luft nach Deutschland. Das
Niederschlagsdefizit des Winters wird größer


Atlantische Tiefdruckgebiete haben Anfang der Woche die Frostluft aus
Deutschland ostwärts verdrängt. Sie brachten Schnee und
(gefrierenden) Regen. Doch der Tiefdruckeinfluss hielt nicht lange.
Bereits am heutigen Samstag dominiert bereits wieder hoher Luftdruck.
Namentlich ist es Hoch CHRISTIAN über Westrussland und Osteuropa,
dessen Einfluss bis nach Mitteleuropa reicht.

Bevor wir uns aber der zukünftigen Wetterentwicklung widmen, werfen
wir einen Blick auf die Niederschlagsbilanz des bisherigen
meteorologischen Winters. Seit dem 01.12.2025 fiel verbreitet weniger
Niederschlag als im langjährigen Mittel. Besonders trocken war es im
Osten Deutschlands. Gebietsweise fielen dort erst 10 bis 20 Liter pro
Quadratmeter (l/qm). Der trockenste Ort Deutschlands bis
einschließlich des 16.01.2026 ist Dittfurt am Nordostrand des Harzes
mit 11,5 l/qm. Nasser war es im Westen. Vergleichsweise viel
Niederschlag gab es im Nordseeumfeld und am Niederrhein bzw. in den
Staulagen der westlichen Mittelgebirge. Dort wurden bislang 60 bis
110, in Staulagen 100 bis 200 l/qm gemessen. An Nordsee, Unterelbe
und vom Niederrhein bis nach Südhessen liegen die gemessenen
Niederschlagsmengen nahe des Mittelwerts des Niederschlags für die
erste Winterhälfte, örtlich sogar darüber. Sonst werden häufig nur
Werte um 50 % des Solls, in Vorpommern und Baden-Württemberg
gebietsweise weniger als 20 % verzeichnet.

In den kommenden Tagen wird sich an den absoluten Zahlen mangels
Niederschlags nichts ändern, die prozentualen Werte werden somit
sinken. Denn Hoch CHRISTIAN führt in den nächsten Tagen trockene Luft
nach Deutschland. Von örtlichem Nieseln aus Nebel oder Hochnebel
heraus abgesehen, wird es deutschlandweit keinen Niederschlag geben.
In der trockenen Luft steigen dafür verbreitet die Sonnenanteile. Ins
Hintertreffen bezüglich Sonnenscheines geraten die tiefen Lagen des
Südwestens, die Gebiete nahe der Donau und zeitweise auch der
äußerste Nordwesten. Dort hält sich feuchtere Luft und entsprechend
teils Nebel und Hochnebel.
Mit einer südöstlichen Bodenströmung wird nach und nach kältere Luft
aus Osteuropa nach Deutschland geführt. Am heutigen Samstag liegen
die Höchstwerte von Ost nach West noch zwischen 2 und 12 Grad, am
kommenden Mittwoch werden wahrscheinlich 0 bis 7 Grad erreicht. Für
alle Tage gilt, im Dauergrau an der Donau bleibt es etwas kälter.
Auch an den Tiefstwerten lässt sich der allmähliche Luftmassenwechsel
festmachen. Von +3 bis -5 Grad in der Nacht zum Sonntag geht es auf 0
bis -10 Grad in der Nacht zum Donnerstag runter. Auch für diese Werte
gilt: je weiter nach Osten und Südosten desto kälter, am mildesten
bleibt es im äußersten Westen und auf den Inseln.
Im Laufe der zweiten Wochenhälfte zeigen die verschiedenen
Wettermodelle unter auffrischendem Ostwind im Norden und Osten
Deutschlands die verstärkte Zufuhr von Kaltluft, die über Osteuropa
nie ausgeräumt wurde. Dann wird dort Dauerfrost sehr wahrscheinlich.
Im Rest Landes hat es die Frostluft deutlich schwerer.
Tiefdruckgebiete über dem Südwesten Europas halten dagegen - wie
erfolgreich bleibt allerdings abzuwarten.

M.Sc.-Met. Thore Hansen

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 17.01.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Wetter aktuell

Jahresvorausschau 2025 - Ein Rückblick


Heute wollen wir die humoristische Jahresvorausschau für das
vergangene Jahr unter die Lupe nehmen. Ob vielleicht mal ein
Glücktreffer dabei war? Wir werden sehen.


Ende 2024 war in dieser Rubrik ein humoristisch "angehauchter" Blick
auf 2025 Thema (siehe Thema des Tages vom 30.12.2024). Nun wollen wir
mal die "Prognose" (im Folgenden kursiv) unter die Lupe nehmen. In
den Jahren zuvor war die Trefferquote eher...sagen wir mal
"ausbaufähig". Mal schauen, ob es in 2025 ein paar Glückstreffer mehr
gab.

Januar 2025:
Da den Text-Wetterberichten immer weniger Bedeutung zugesprochen
wird, stellt sie der DWD kurzerhand ein. Mit Hilfe von KI soll
stattdessen für jeden Prognosetag ein Symbol entwickelt werden, das
den gesamten Wetterablauf des jeweiligen Tages darstellt.

Nix Wettersymbol, nix KI! MI (Menschliche Intelligenz) war auch im
vergangenen Jahr weiterhin Trumpf bei der Erstellung der
Vorhersagetexte.

Februar 2025:
Nach der wochenlangen, hochdruckgeprägten Dauerfrostlage zu Beginn
des Jahres folgt ab Mitte Februar ein regelrechter Verschleiß an
Tiefdruckgebieten: "Erwin", "Felix", "Gilles", "Heiko", "Ivo",
"Julian" und "Kevin" sorgen für stürmisches und wechselhaftes Wetter.
In Südbaden und am Alpenrand wird die 20-Grad-Marke geknackt!

Während sich der Januar deutlich zu mild und auch nasser als normal
präsentierte, fiel im Februar im Flächenmittel nicht einmal die
Hälfte des üblichen Niederschlags. Auch mit den 20 Grad wurde es
nichts, in Metzingen (Baden-Württemberg) reichte es aber immerhin für
beachtliche 18,9 Grad am 21. Februar. Statt den "prognostizierten"
sieben Tiefdruckgebieten in der zweiten Februarhälfte gab es sogar
acht: "Kevin", "Lenni", "Max", "Nico", "Orkan", "Paul", "Quincy" und
"Rainer". Wirklich stürmisch war es aber trotzdem nicht.

März 2025:
Tief "Orkan" taucht auf der Wetterkarte auf, müsste, was das Wetter
angeht, aber eher Tief "schwache Brise" heißen: Ein paar Wolken,
etwas Regen, mehr nicht... Trotzdem wird "Orkan" in Sachen medialer
Berichterstattung unter den Top-3-Tiefs des Jahres landen.

Das hat für unser Wetter in Deutschland eigentlich ziemlich gut
gepasst, wenngleich "Orkan" schon in der dritten Februardekade
unterwegs war und medial bei uns nicht wirklich durch die Decke ging.
Seinem Namen deutlich mehr Ehre erwies das Tief in Irland und
Großbritannien. Auf den Gipfeln der schottischen Cairngorms gab es
Orkanböen bis zu 170 km/h.

April 2025:
Kein Aprilscherz: Direkt zum Monatsstart verzeichnet Ohlsbach
(Oberrheingraben) den ersten heißen Tag des Jahres mit exakt 30,0
Grad - neuer Deutschlandrekord in Sachen frühester Hitzetag! Der
Osterhase stellt seine Produktkette von Eiern auf Kokosnüsse um.

Tatsächlich trat der erste Hitzetag 2025 in Ohlsbach mit 30,1 Grad
auf (ebenfalls in Waghäusl-Kirrlach mit 30,4 Grad), allerdings erst
am 2. Mai! Den frühesten deutschen Hitzetag konnte Ohlsbach am
06.04.2024 verzeichnen.

Mai 2025:
150 Jahre Meterkonvention! Zur Feier dieses Ereignisses führen
zahlreiche Wetterdienste eine neue Maßeinheit zur Abschätzung der
Unsicherheit einer Prognose ein. Auf der zehnteiligen
Schmetter-Ling-Skala (benannt nach den beiden Entwicklern Dr.
Schmetter und Dr. Ling) bedeutet 1 SL eine sehr sichere Vorhersage,
während 10 SL mit freiem Würfeln zu vergleichen ist.

Auch nach intensiver Internetrecherche gibt es (leider) keine
Hinweise auf die Existenz dieser Skala. Aber was nicht ist, kann ja
noch werden. ;-)

Juni 2025:
Pünktlich zum offiziellen Start der atlantischen Hurrikansaison
stellt Hurrikan "Andrea" einen neuen Rekord auf: Noch nie gab es so
früh in der Saison einen Kategorie-5-Wirbelsturm - zum Glück nur über
Wasser!

"Andrea" war zwar "nur" ein Tropensturm, heimste aber dennoch einen
Rekord ein. Denn noch nie bildete sich im Juni ein tropischer Sturm
weiter im Norden als "Andrea". Der erste von insgesamt drei
Kategorie-5-Hurrikanen (nur 2005 gab es mehr seit
Aufzeichnungsbeginn) trat mit "Erin" Mitte August auf.

Juli 2025:
Mehrtägige Hitzewelle in Deutschland! Örtlich steigt die Temperatur
auf über 40 Grad. Ob es für einen neuen Deutschlandrekord reicht ist
allerdings noch unklar. Kein Wunder bei einer Vorhersageunsicherheit
von 6 Schmetter-Ling.

Wenn man unter "mehrtägig" mindestens zwei Tage versteht, passt der
erste Satz. Am 1. Juli gab es verbreitet über 30 Grad, am 2. Juli
sogar über 35 Grad. Über 40 Grad gab es zwar nicht, die 39,6 Grad im
niedersächsischen Wunstorf am 2. Juli waren aber nicht weit davon
entfernt. Anschließend ging es steil bergab und die 30-Grad-Marke
wurde nur noch an wenigen Tagen geknackt.

August 2025:
Nach einem nassen Monatswechsel mit markantem Kaltfrontdurchgang
sorgen besonders im Norden Deutschlands Perseiden und Polarlichter
bei klaren Nächten für ein wahres Himmelsspektakel. Da wird es selbst
im Matsch zu Wacken richtig romantisch.

Der Monatswechsel war tatsächlich und gerade in Schleswig-Holstein
sehr nass. Zum Teil fielen über 50 l/m² innerhalb von 24 Stunden.
Dahinter kann also genauso wie hinter den Wackener Matsch ein Haken
gesetzt werden. Fehlanzeige dagegen bei den Polarlichtern. Da es mit
den notwendigen Wolkenlücken aber nicht allzuweit her war (Stichwort
nasser Monatswechsel), gab es am Nachthimmel eh nichts zu beobachten
- auch keine Perseiden.

September 2025:
Perfekte Bedingungen in Florida für den Start des bemannten Raumflugs
zum Mond im Rahmen der Artemis 2 Mission. Uns erreichen nicht nur
spektakuläre Aufnahmen des Erdtrabanten, sondern auch von Humberto,
dem zweiten Kat.-5-Hurrikan der Saison.

Der Start von Artemis 2 wurde verschoben und steht nun für April 2026
an. Ansonsten hätte die Besatzung tatsächlich die Chance gehabt,
Fotos von Humberto zu machen, der - halten Sie sich fest - wirklich
der zweite Kat.-5-Huriikan der Saison war!

Oktober 2025:
Föhn ohne Ende! Tagelang Höchstwerte über 20 Grad am Alpenrand lassen
Wärmeliebhaber in Reit im Winkl vor Freude im Dreieck springen.

Glatte Fehlanzeige! Die 20-Grad-Marke am Alpenrand wurde an gerade
mal zwei Tagen gerissen. Ob in Reit im Winkl trotzdem oder aus
welchen Gründen auch immer geometrische Figuren nachgetanzt wurden,
ist leider nicht belegt.

November 2025:
Nach 10-monatiger Testphase kommt der DWD zu dem Schluss, dass das
sommerliche Sonne-Wolken-Gewitter-Regen-Hagel-Sturm-Hitze-Symbol
(kurz: Sowogerehasthi) wie auch das winterliche
Sonne-Wolken-Schnee-Regen-Glätte-Sturm-Frost-Nebel-Symbol (kurz:
Sowoschreglstfrne) zu Verwirrung und Fehlinterpretation in der
Bevölkerung führt. Ein Lösungsansatz: Den Wetterablauf mit einer
Aneinanderreihung prägnanter Wörter zu beschreiben, quasi so etwas
wie ein Bericht.

Siehe Januar ;-)

Dezember 2025:
Kurzer aber knackiger Wintereinbruch in der ersten Monatsdekade! Dem
Nikolaus fällt vor Ungläubigkeit beinahe der Cocktail aus der Hand.
Ob er es schafft, seine dicken Winterklamotten wieder aus dem
Altkleidercontainer zu fischen?

Nuja... Zitat aus der DWD-Pressemitteilung zum Dezemberwetter:
"Zunächst überwog ein milder Verlauf mit einer frühlingshaften Spitze
zum Ende der ersten Dekade, als im baden-württembergischen Hechingen
am 9. Dezember mit 17,1 °C der höchste Wert des Monats gemessen
wurde." Den kurzen und knackigen Wintereinbruch gab es dafür schon in
der letzten Novemberdekade. Das könnte man zumindest als Streifschuss
werten. Ob und was dem Nikolaus Anfang Dezember jedoch aus der Hand
fiel, bleibt sein Geheimnis.

Fazit: Viel Murks, wenige Teilerfolge und ein (Quasi-)Volltreffer mit
"Humberto" (wenn man die Verschiebung von Artemis 2 als höhere Gewalt
einstuft :-))! Gar nicht mal sooo schlecht, aber weiterhin
ausbaufähig. Man darf gespannt sein, wie 2026 läuft. Kleiner Spoiler
für den Januar 2026: Bisher sind dem Autor keine Bestrebungen
hinsichtlich der Gründung einer betriebsinternen Boxschule
"Niederschlag" bekannt (siehe Thema des Tages vom 30.12.2025).

Dipl.-Met. Tobias Reinartz

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 16.01.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst





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