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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Wetter aktuell

Ruhiger Start in den Herbst


Am 23. September ist astronomischer Herbstanfang. Doch wie verhält es
sich mit der Definition des Herbstanfangs? Und wie zeigt sich das
Wetter in den kommenden Tagen? Das wird im heutigen Thema des Tages
erläutert.


Am Mittwoch, den 23. September um 02:05 Uhr Mitteleuropäischer
Sommerzeit (MESZ), ist auf der Nordhalbkugel astronomischer
Herbstanfang. Dann überquert die Sonne den Erdäquator und bringt
damit der Südhalbkugel allmählich den Frühling. An diesem Tag sind
überall auf der Welt Tag und Nacht in etwa gleich lang, weshalb man
auch von der Tag-und-Nacht-Gleiche (Äquinoktium, von lat. "aequus" =
gleich und "nox" = Nacht) spricht.

Meteorologisch gesehen ist bereits seit dem 01. September Herbst.
Dies hat statistische Gründe. Auswertungen von Jahreszeiten bezüglich
Temperatur, Niederschlagsmenge usw. sind einfacher zu erstellen, wenn
man als Beispiel für den Herbst die Monate September, Oktober und
November als Ganzes heranzieht. Bezöge man sich hierbei auf den
astronomischen Herbstanfang, so müsste man den jährlich variablen
Anfang und das variable Ende beachten, was jede Auswertung unnötig
kompliziert machen würde. Genauer erläutert wird dies in folgendem
Video: https://youtu.be/tipBGbJZGSo.

Phänologisch beginnt der Frühherbst mit der Reife des Schwarzen
Holunders, was in diesem Jahr am 18. August und damit drei Tage
früher als im vieljährigen Mittel der Fall war. Auf den Frühherbst
folgt der Vollherbst, wobei der Beginn mit der Reife der Stiel-Eiche
einhergeht und statistisch gesehen am 17. September ist. Wann der
phänologische Vollherbst 2026 tatsächlich beginnt, muss allerdings
noch abgewartet werden.

Und wie präsentiert sich das Wetter zum astronomischen Herbstanfang?

Hoch ZANDER sorgt für einen wettertechnisch ruhigen Start in die neue
Woche, allerdings erst einmal nur in der Südwesthälfte Deutschlands.
Dort sind am heutigen Montag teils längerer Sonnenschein und
windschwache Verhältnisse zu erwarten. Regen ist zudem keiner in
Sicht. In der Nordosthälfte hingegen treten hin und wieder Schauer
auf. Zudem frischt der Nordwestwind zeitweise stark böig auf, an der
Küste ist es stürmisch. Die Höchsttemperaturen liegen dabei zwischen
16 und 20 Grad, nur im äußersten Südwesten wird die 20-Grad-Marke
knapp überschritten.

In der Nacht zum Dienstag klingen die Schauer allmählich ab, im Stau
des Erzgebirges muss allerdings noch mit etwas Regen gerechnet
werden. Auch der Wind lässt weitestgehend nach, nur an der Ostsee und
im östlichen Bergland weht anfangs noch ein böiger Nordwestwind. Die
Temperaturen sinken in den einstelligen Bereich ab, an den Küsten
bleibt es hingegen milder. Im Süden sind dabei gebietsweise Werte
zwischen 5 und 2 Grad zu erwarten, in Bodennähe sind 0 Grad lokal
also durchaus möglich.

Am Dienstag ziehen im Nordwesten und über der Mitte bis in den
Südosten mal mehr, mal weniger dichte Wolkenfelder über den Himmel.
Aus diesen können vereinzelt ein paar Tropfen fallen, vorrangig an
der Nordsee und im Erzgebirge. In den übrigen Regionen ist es meist
heiter bis sonnig und trocken. Der Wind ist zudem kein Thema mehr.
Die Höchsttemperaturen liegen dabei zwischen 15 und 23 Grad.

In der Nacht zum Mittwoch ist bei Aufklaren im Südosten vereinzelt
eine Lufttemperatur von 0 Grad nicht gänzlich ausgeschlossen, mit
niedrigen einstelligen Tiefstwerten ist dort verbreitet zu rechnen.
Zudem ist gebietsweise Frost in Bodennähe wahrscheinlich. Im Norden
und Nordwesten sind hingegen Wolken zu erwarten, weshalb es sich dort
"nur" auf 9 bis 5 Grad abkühlen kann, im Nordseeumfeld sind
zweistellige Tiefsttemperaturen wahrscheinlich. Ansonsten verläuft
die Nacht wettertechnisch eher unspektakulär.

Der Mittwoch präsentiert sich in weiten Teilen des Landes von seiner
sonnigen Seite, während im Nordwesten bereits dichte Wolkenfelder und
schauerartiger Regen aufziehen. Diese breiten sich in der Nacht zum
Donnerstag und am Donnerstag selbst allmählich südostwärts aus. Im
Südwesten klettern die Temperaturen tagsüber weiterhin auf Werte über
20 Grad, während die 20-Grad-Marke in den restlichen Regionen meist
unerreicht bleibt. In den Nächten ändert sich beim Temperaturniveau
wenig, immerhin wird der Frost in Bodennähe im Süden Deutschlands
zumindest in der Nacht zum Donnerstag weniger wahrscheinlich.

Nachfolgend beruhigt sich das Wetter wieder, die Sonnenanteile nehmen
von Südwesten her zu und zum Wochenende hin wird die 20-Grad-Marke
wieder häufiger überschritten, am Oberrhein sind sommerliche
Höchsttemperaturen über 25 Grad zu erwarten. Dies hat dann mehr mit
Spätsommer als mit Herbstanfang zu tun.

(Die Bilder und der Link zum heutigen Thema des Tages finden Sie wie
immer im Internet unter www.dwd.de/tagesthema.)

M.Sc. Tanja Egerer

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 21.09.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Wetter aktuell

Europawetter



Schon im gestrigen Thema des Tages wurde die positive
Geopotentialanomalie in den kommenden Tagen über Südwesteuropa
thematisiert. Heute soll auf einige der sich daraus ergebenden
Wetterphänomene eingegangen werden.



Schon gestern wurde hier im Therma des Tages der Blick auf die
kommenden Tage gerichtet. Ein Schwerpunkt war dabei die sich
abzeichnende Konstellation mit hohem Druck und hohem Geopotential,
insbesondere aber auch einer hohen positiven Geopotentialabweichung,
über Südwesteuropa. Auch andere Aspekte wurden adressiert,
beispielsweise die hohen zu erwartenden Temperaturen auf der
Iberischen Halbinsel und in Teilen Frankreichs.


Heute sollen, in Ergänzung zu den gestrigen Ausführungen, einige
Details der Wetterentwicklung der kommenden Tage in Europa erläutert
werden. Dazu zeigt die Abbildung 1 das Geopotential (Linien) sowie
die Temperatur (farbig) im 500-hPa-Niveau (ca. 5,5 km Höhe) für den
kommenden Donnerstag um 08 MESZ, so wie sich unser DWD-Modell ICON
die Situation vorstellt. Von Südwesten bzw. Süden ragt eine Zone
hohen Geopotentials in Richtung der Iberischen Halbinsel und des
angrenzenden Ostatlantiks. Der sich daran nach Norden anschließende
Höhenkeil weist weiter zur nördlichen Nordsee. Tiefes Geopotential
herrscht dagegen südlich von Island, über dem Südwesten Deutschlands
und über Osteuropa vor. Dies ist natürlich nur eine Momentaufnahme.
Das kleinräumige Höhentief über Südwestdeutschland beispielsweise
kommt aus Schottland und ist auf dem Weg nach Sizilien. Das
großräumige Höhentief über Osteuropa ist dagegen relativ ortsfest. Es
ändert zwar wie eine Amöbe seine Form und hat zwischenzeitlich auch
mehrere Kerne, aber wirklich reiselustig ist es nicht. In seinem
Einflussbereich liegt aber eine Luftmassengrenze mit kleinräumigem
(Boden-)Tief, welche das Höhentief zu kräftigen Niederschlägen
"animiert".


Entsprechend soll sich in einem weiten Bogen von der westlichen
Türkei über den Osten der Ukraine bis ins nördliche Baltikum einiges
an Regen akkumulieren. Die Abbildung 2 zeigt diese Niederschläge für
den 72-stündigen Zeitraum von Dienstagmorgen, 22.09. bis
Freitagmorgen, 25.09, jeweils 06 UTC (08 MESZ). Dabei ist links das
Modell des Europäischen Zentrums für Mittelfristige Wettervorhersage
(EZMWF) dargestellt, rechts dagegen unser DWD-Modell ICON. Letzteres
bringt es in der Spitze über dem nördlichen Belarus auf über 120
l/qm, innerhalb des Streifens deuten beide Modelle Regionen mit mehr
als 60 l/qm an.


Für viel Niederschlag sorgt auch das o. e. kleinräumige Höhentief,
nicht nur im Verlauf der Woche auf seinem Weg zum, sondern auch am
Freitag und Samstag im Bereich des zentralen Mittelmeers. Hierzu
liefert die Abbildung 3 die 48-stündigen Regensummen nach ICON. An
der Ostküste Siziliens sollen sich knapp dreistellige Summen
akkumulieren. Ganz so viel soll es in Deutschland nicht werden.
Beginnend in der Nacht zum Donnerstag und endend in der Nacht zum
Freitag avisieren die Modelle 5 bis 15 l/qm. Und es gibt zwei
Modellgruppen. Die erste sieht den Regen bei uns in der
Nordosthälfte, die Südwesthälfte soll dagegen weitgehend trocken
bleiben. Die andere Modellgruppe deutet einen breiten Regenstreifen
vom Nordwesten in den Südosten an. Dann wären der Nordosten und der
Südwesten beim Regen außen vor. Mal schauen, wohin der Regen dann
tatsächlich zieht. Im Südwesten, insbesondere von der Eifel und der
Saar bis in die Vorderpfalz würde man sich auf jeden Fall über jeden
Tropfen freuen.



Aber nicht nur auf die Niederschläge, auch auf die Temperaturen hat
die aktuelle bzw. erwartete Konstellation Einfluss. Auch dies ist
gestern am Beispiel Bordeaux schon angeklungen. Die Abbildung 4 zeigt
dies einerseits in einer flächigen Farbdarstellung der Höchstwerte
für den kommenden Mittwoch, aber auch für zwei ausgewählte Städte.
Über Südwesteuropa erkennt man deutlich die großflächig hohen
Temperaturen, während über weiten Teilen Osteuropas deutlich
niedrigere Temperaturen vorherrschen. Das Meteogramm des EZMWF für
die beiden Stationen Madrid und Bukarest lässt darüber hinaus
erkennen: Während sich die Tagesmaxima in Madrid nahe am Oberrand des
Klimaensembles bewegen, liegen die Werte für Bukarest deutlich unter
dem Klimamittel. Von Dienstag bis Donnerstag soll es dort
ungewöhnlich kalt werden.

Dipl.-Met. Martin Jonas

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 20.09.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst





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