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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Wissenschaft kompakt

Einheitenchaos - Teil 1: Temperatur



Temperatur, Windgeschwindigkeit, Niederschlag, Feuchte: Es gibt eine
ganze Reihe an meteorologischen Größen, die irgendwie gemessen werden
müssen. Das Problem: Nicht überall werden die gleichen Einheiten
verwendet. Heute beginnen wir uns, durch den Maßeinheiten-Dschungel
zu kämpfen.


Vielen hat es sich wohl im Physik- oder Matheunterricht in den Kopf
gebrannt. Der Lehrer stellt eine Rechenaufgabe und plötzlich muss im
Stress die Antwort berechnet werden und aus Versehen begeht man den
unverzeihlichen Fehler die korrekte Einheit hinter sein Ergebnis zu
setzen. Die darauf sofort folgende Frage: "XX was? Äpfel, Birnen, ??"
wurde damals natürlich nur als vorsätzliche Quälerei wahrgenommen.
Natürlich war es das nicht, denn es ist durchaus wichtig, die
richtigen Maßeinheiten zu verwenden. Leider gibt es in der
Meteorologie derart viele, dass man leicht den Überblick verliert.
Daher wird es höchste Zeit, ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen.
Beginnen wir mit der Temperatur. Das uns übliche vertraute Maß
orientiert sich an der Celsiusskala. Anders Celsius, ein schwedischer
Astronom, veröffentlichte 1742 die Idee, den Gefrierpunkt und den
Siedepunkt von Wasser bei Normaldruck als Ausgangspunkte zu verwenden
und den gemessenen Unterschied auf einem Quecksilberthermometer in
100 gleiche Teile zu unterteilen. Ursprünglich war sie jedoch noch
umgekehrt definiert, sodass eine Erwärmung dazu führte, dass die
Temperatur sank. Erst später wurde eine Invertierung beschlossen, die
zu der nun bekannten Skala führte.
Die Kelvinskala wurde circa 200 Jahre später eingeführt. Sie ist der
Celsiusskala sehr ähnlich. Der einzige Unterschied ist, dass der
Nullpunkt den absoluten Nullpunkt und nicht den Gefrierpunkt von
Wasser beschreibt. Das hat zur Folge, dass die beiden Skalen
lediglich verschoben zueinander sind und die Umrechnung sehr einfach
gestaltet: Zur Temperatur in Grad Celsius muss 273,15 hinzuaddiert
werden, um bei Kelvin herauszukommen.
Diese zwei Alternativen sollten eigentlich genügen, aber so einfach
ist es leider nicht. Insbesondere in der USA wird ein eigenes
Süppchen gekocht und die Einheit Fahrenheit verwendet.
Zugegebenermaßen sind wir daran gewissermaßen "selbst schuld", denn
ihr Namensgeber ist der deutsche Physiker Daniel Gabriel Fahrenheit.
Er setzte seinen Nullpunkt bei -17,8 °C, da dies die kälteste
Temperatur war, die er erzeugen konnte. Den Gefrierpunkt von reinem
Wasser definierte er als 32 °F und die Körpertemperatur eines
Menschen 96 °F (35,6 °C). Das macht leider die Umrechnung in Celsius
komplizierter [°C] = ([°F] - 32) * 5/9. Auf Grundlage dieser Skala
wurde außerdem die sogenannte "Rankine-Skala" definiert. Diese ist so
verschoben (um 459,67 Einheiten), dass 0 °Ra dem absoluten Nullpunkt
entsprechen. Sie ist somit das Pendant zu Kelvin.
Des Weiteren gibt es noch einige weitere historische, heutzutage
nicht mehr verwendete Maßeinheiten. So ähnelt beispielsweise die
Delisle-Skala, benannt nach dem französichen Astronomen
Joseph-Nicolas Delisle, der ursprünglichen Celsiusskala. Der
Siedepunkt von Wasser entspricht 0 °De und der Schmelzpunt 150 °De.
Auch Isaac Newton entwarf ein eigenes Maß, dabei entsprechen 1 °N in
etwa 3 °C, da der Siedepunkt von Wasser bei 33 °N festgelegt ist.
Wenn also demnächst jemand die aktuelle Lufttemperatur wissen möchte,
sollten Sie nun genügend Optionen haben, um Verwirrung zu stiften.


M.Sc. Met. Fabian Chow

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 07.04.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Wetter aktuell

Start in die neue Woche: Freundlich und im Prinzip störungsfrei


Nach windigem, teils stürmischem Wochenende stehen die Zeichen in der
neuen Woche auf Wetterberuhigung und Sonnenschein.


Nach einem verbreitet windigen, teils stürmischen Ostersonntag mit
zeitweiligem Regen, Schauern und örtlichen Gewittern vor allem im
Süden Bayerns, dominiert bereits am heutigen Ostermontag der Einfluss
eines umfangreichen Hochdruckgebietes. Hoch QUIRIN liegt mit seinem
Schwerpunkt aktuell über Nordfrankreich, Benelux und dem westlichen
Deutschland. Dabei gestaltet sich das Wetter überwiegend freundlich,
teils sonnig.

Lediglich im Nordosten besteht noch ein gewisser Resteinfluss des
Sturmtiefs RAPUNZEL, das sich mittlerweile mit seinem Zentrum über
Südfinnland befindet. Das Sturmtief hatte vor allem in Nord- und
Nordwesteuropa in den vergangenen Tagen für erhebliche
Windgeschwindigkeiten gesorgt und Deutschland am Ostersonntag
gestreift. Nun hat es sich bereits abgeschwächt, von
Schleswig-Holstein bis zur Lausitz ist es am heutigen Ostermontag
aber nochmals sehr windig bis stürmisch, an der Ostsee treten
zeitweise Sturmböen auf. Mit weiterer Verlagerung des Tiefs nach
Ost/Südost, flaut der West- bis Nordwestwind zum Abend und im Verlauf
der Nacht zum Dienstag insgesamt meist ab.

Am Dienstag und Mittwoch dominiert insgesamt ruhiges und meist
freundliches Wetter mit großen Sonnenanteilen. Wie es dann in der
zweiten Wochenhälfte wettertechnisch weitergeht, ist noch reichlich
unsicher. Zumindest nach aktuellem Stand deutet sich ab Donnerstag
eher eine wechselhaftere Witterung an.

Interessant sind die recht großen Temperaturgegensätze bzw.
Tagesgänge. In den Nordosten des Landes sickert mit einer nördlichen
Strömung eine recht kühle, polare Luftmasse. Die Tageshöchstwerte
liegen dort meist nur bei 10 bis 14 Grad, direkt an der See mit
zeitweise auflandigem Wind um Nord teils auch darunter. Im Südwesten
und Westen dagegen dominiert eine deutlich mildere Luftmasse und bei
häufigem Sonnenschein werden Höchstwerte von meist 18 bis 22 Grad
erwartet, am Oberrhein teils auch darüber. In den kommenden Nächsten
muss häufig wieder mit leichtem Nachtfrost gerechnet werden, vor
allem im Nordosten und Osten auch mit teils mäßigem Frost in
Bodennähe. Das heißt auch, dass Pflanzenliebhaber eventuell bereits
im Freien stehende oder ausgepflanzte empfindliche Zöglinge nochmals
schützen sollten.

Hinweis: Aufgrund technischer Schwierigkeit kann aktuell nur der
Versand als Newsletter erfolgen. Die Veröffentlichung auf der
Homepage ist derzeit nicht möglich.

Dipl.-Met. Sabine Krüger

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 06.04.2026

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