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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Wetter aktuell

Trockenheit im Südwesten Deutschlands



Während der Nordosten Deutschlands in den vergangenen beiden Wochen
wiederholt von Schauern und Gewittern profitierte, blieb es im
Südwesten seit rund einer Woche weitgehend trocken. Bereits der
Frühling verlief dort deutlich niederschlagsärmer als üblich. Die
anhaltende Trockenheit hinterlässt inzwischen deutliche Spuren in
Böden, Vegetation und Gewässern.


Der Südwesten Deutschlands erlebt derzeit eine ausgeprägte
Trockenphase. Bereits im Frühjahr sorgten häufige
Hochdruckwetterlagen für ein deutliches Niederschlagsdefizit. Zwar
folgte auf die erste Hitzewelle Ende Mai vorübergehend eine kühlere
und wechselhaftere Witterungsphase mit zahlreichen Schauern und
einzelnen Gewittern, die gefallenen Niederschläge reichten jedoch bei
weitem nicht aus, um das zuvor entstandene Defizit auszugleichen.
Während der anschließenden außergewöhnlich intensiven Hitzewelle Ende
Juni blieb nennenswerter Regen erneut weitgehend aus. Abgesehen von
einzelnen, im Flächenmittel wenig ergiebigen Gewittern fiel kaum
Niederschlag. Gleichzeitig stieg bei Höchsttemperaturen von örtlich
über 40 °C die Verdunstung auf ein sehr hohes Niveau. Mit dem Ende
der Hitzewelle zogen zwar größere Gewitterkomplexe über Teile des
Südwestens hinweg und brachten regional kräftige Regenfälle. Ein
Blick auf die Bodenfeuchte zeigt jedoch, dass das Wasser vielerorts
nur die obersten Bodenschichten erreichte und somit lediglich
vorübergehend für Entlastung sorgte. Die tieferen Bodenschichten
blieben dagegen weiterhin deutlich zu trocken.
Seit einigen Tagen hat sich über Frankreich erneut eine ausgeprägte
Hitzeglocke etabliert. Während der Nordosten Deutschlands unter dem
Einfluss vergleichsweise kühler Meeresluft wiederholt von Schauern
und Gewittern profitierte, blieb es im Südwesten am Rand des
Hochdruckgebietes bislang trocken. Die Kombination aus hohen
Temperaturen, niedriger Luftfeuchtigkeit und zeitweise lebhaftem Wind
ließ die Verdunstung weiter ansteigen und trocknete insbesondere den
Oberboden innerhalb kurzer Zeit erneut deutlich aus.
Ursache der wiederkehrenden Trockenphasen ist die großräumige
Zirkulation über Europa. Seit dem Frühjahr etablierten sich immer
wieder blockierende Hochdruckgebiete über West- und Mitteleuropa.
Diese unterbrechen oder verlagern die für Mitteleuropa typische
West-Ost-Zugbahn der Tiefdruckgebiete, sodass niederschlagsbringende
Frontensysteme häufig nach Norden oder Süden abgelenkt werden.
Zwischenzeitlich gelangten zwar mit westlichen Strömungen etwas
kühlere und feuchtere Luftmassen nach Deutschland, diese gingen
jedoch meist nur mit schauerartigem Regen einher und brachten kaum
flächendeckende, ergiebige Niederschläge. Auch großräumige
Gewitterkomplexe, die im Sommer häufig für eine nachhaltigere
Wasserversorgung sorgen, traten bislang nur selten auf.
Auch wenn die derzeitige Wetterlage durchaus Parallelen zum
Dürresommer 2018 aufweist, ist die Situation nach aktuellem Stand
noch nicht vergleichbar. Dennoch zeigen sich bereits deutliche
Auswirkungen der anhaltenden Trockenheit. Viele Pflanzen leiden unter
Trockenstress, die Wasserstände zahlreicher Flüsse gehen zurück und
die Waldbrandgefahr ist in weiten Teilen des Südwestens hoch.
Auch in den kommenden Tagen zeichnet sich zunächst keine grundlegende
Änderung der Wetterlage ab. Es ist trocken und im Südwesten auch
hochsommerlich heiß. Erst zum Ende der kommenden Woche deuten die
Wettermodelle auf zunehmenden Tiefdruckeinfluss hin. Damit würde
feuchtere und zunehmend schwüle Luft nach Deutschland gelangen,
wodurch das Potenzial für kräftige Schauer und Gewitter ansteigt. Im
weiteren Verlauf deutet sich aus heutiger Sicht eine Rückkehr zu
einer gemäßigt temperierten Westwetterlage mit zeitweiligen
Niederschlägen an, sodass die Trockenheit ab dann voraussichtlich
gelindert wird.

Dipl. Met. Christian Herold

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 10.07.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Wetter aktuell

Neue Hitze im Südwesten



In den kommenden Tagen steigen die Temperaturen in Deutschland
verbreitet an, wobei es besonders im Südwesten heiß wird. Erneut wird
gebietsweise eine starke Wärmebelastung erwartet.



Nach der massiven Hitzewelle Ende Juni waren die Temperaturen zuletzt
deutlich gesunken, wobei die Abkühlung im Norden stärker als im Süden
ausfiel. Während es im Norden gebietsweise mehrere Tage mit
Höchstwerten unter 20 Grad gab, blieb es im Südwesten deutlich
wärmer. Doch auch dort lagen die Höchstwerte zumindest für wenige
Tage unter 30 Grad.
Seit ein paar Tagen werden in den tiefen Lagen Südwestdeutschlands
allerdings wieder Hitzetage verzeichnet. In Rheinfelden gab es
beispielsweise seit dem 17. Juni 19 Hitzetage, nur an den ersten drei
Julitagen blieb die Temperatur, wenn auch teils nur knapp, unter der
30-Grad-Marke.

Hitzeschwerpunkt ist aktuell erneut - bzw. man kann auch sagen immer
noch - Frankreich. Dort wurden am gestrigen Mittwoch an der
Mittelmeerküste mehr als 40 Grad gemessen. In Marseille wurde
beispielsweise mit 40,5 Grad ein neuer Allzeitrekord aufgestellt.
Noch nie zuvor stieg die Lufttemperatur dort auf mehr als 40 Grad.
Die größte Hitze gibt es in den nächsten Tagen zwar weiterhin in
Frankreich. Doch auch in Deutschland steigen die Temperaturen jeden
Tag etwas an. Damit werden peu à peu mehr und mehr Regionen in den
"Genuss" von 30 Grad oder mehr gelangen. Im äußersten Südwesten
werden am Wochenende auch 35 oder 36 Grad erreicht. Die Luft wird
zwar zumindest zunächst nicht so feucht sein wie in der Hitzewelle
Ende Juni. Die Wärmebelastung ist gerade im Südwesten in den
kommenden Tagen dennoch stark. Dazu tragen auch die allmählich
wärmeren Nächte bei. Am Wochenende werden die Tiefstwerte in
Ballungsräumen im Südwesten um 20 Grad liegen.

Mit dem Beginn der neuerlichen Hitze stellt sich für viele sicherlich
die Frage, ob denn ein Ende der Hitze schon absehbar ist. Um eine
fundiertere Aussage treffen zu können, schauen wir uns nicht nur
einen Modelllauf, sondern ein sogenanntes Ensemble an, Abb. 3. Ein
und dasselbe Modell wird für denselben Prognosezeitraum dutzende Male
gestartet. Der Unterschied ist jeweils ein leicht variierter
Anfangszustand. Aus der Vielzahl an Ergebnissen lassen sich
statistische Aussagen treffen, die mehr Aussagekraft haben als ein
einzelner Modelllauf. Am Beispiel für Frankfurt am Main erkennen wir
bei geringer Streuung (hohe Prognosesicherheit) eine Zunahme der
Temperatur bis Dienstag oder Mittwoch kommender Woche. Danach zeigt
sich bei deutlicher Zunahme der Streuung (abnehmende
Prognosesicherheit) ein Rückgang der Temperatur. Zeitgleich nehmen
die Niederschlagssignale (grüne Balken) zu, was für eine feuchtere
Luftmasse spricht.

Kurz und bündig: Bis Mitte kommender Woche zunehmende Hitze, danach
bei steigendem Schauer- und Gewitterrisiko Tendenz zur Abkühlung.

M.Sc. Met. Thore Hansen

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 09.07.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst





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