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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben
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Wissenschaft kompakt
Von laut bis leise: Der Donner
Seit jeher sind Menschen fasziniert, oder manchmal auch in Angst,
wenn es am Himmel blitzt und anschließend laut kracht. Was es mit dem
Phänomen "Donner" auf sich hat und wie laut er mitunter sein kann,
soll heute das Thema des Tages sein.
Es ist dunkel, es flackert kurz und wenige Sekunden später wird man
spätestens vom lauten Schlag aus dem Bett geworfen. So könnte es sich
in den letzten Tagen durchaus mancherorts zugetragen haben, wenn
Gewitter nachts über Deutschland hinwegzogen und dabei einen
natürlichen Wecker darstellten, der leider nicht immer zur
gewünschten Zeit losging. Weniger vom Blitz, aber vielmehr vom Donner
wird man des nachts nämlich häufiger geweckt, wenn sich die Energie
der Luftmasse am Himmel entlädt. Aber natürlich sind die
Donnerschläge tagsüber genauso einprägsam oder angsteinflößend.
Doch was geschieht bei einem Donner eigentlich? Nun, vereinfacht
gesagt ist der Donner das Ergebnis eines physikalischen Prozesses.
Bei einer Blitzentladung wird die Luft im Blitzkanal binnen
Sekundenbruchteilen auf Temperaturen von über 30.000 Grad Celsius
erhitzt, in Ausnahmefällen sind sogar über 50.000 Grad möglich. Zum
Vergleich, unsere Sonne besitzt in ihrer leuchtenden Schicht "nur"
eine Oberflächentemperatur von etwa 5.500 bis 6.000 Grad Celsius.
Aufgrund dieses enormen Temperatursprunges ist die Luft gezwungen,
sich in ebenso kurzer Zeit rasant auszudehnen, was eigentlich kaum
möglich ist. Es entsteht hierdurch ein kurzzeitig unglaublich hoher
Druck. Damit läuft vom Blitz in der Folge eine Schockwelle in alle
Richtungen weg, die sich zunächst sogar mit Überschallgeschwindigkeit
entfernt, bevor sie sich als Druckwelle mit "normaler"
Schallgeschwindigkeit von etwa 343 m/s fortbewegt.
Je weiter sich diese Druckwelle, die als akustische Welle (Donner)
für uns Menschen hörbar ist, vom Blitz bzw. dem Gewitter entfernt,
umso leiser wird sie mit der zunehmenden Entfernung, da die
Druckwelle rasch an Stärke verliert. Nun wird aus einem eigentlichen
Knall ein längeres Grollen, was damit zusammenhängt, dass die
Schwallwellen bei einem nahen Blitz mit senkrechter Neigung nahezu
gleichzeitig, bei einem entfernten Blitz (und im "besten" Fall mit
Neigung) jedoch versetzt beim Beobachter ankommen. Damit zieht sich
der Donner in die Länge. Stark gegliederte Orographie kann diesen
Prozess durch Schallreflexionen noch verstärken, sodass ein typisches
"Rumpeln" entsteht.
Der Zeitpunkt des eintretenden Donners ist übrigens gut geeignet, um
die Entfernung zum Gewitter abzuschätzen, wenn man den dazugehörigen
Blitz beobachten konnte. Wie wir wissen, breitet sich der Schall mit
rund 343 m/s in alle Richtungen aus. Zählt man nun die Sekunden, die
zwischen dem Blitz und dem ersten Hören des Donners liegen und teilt
diese durch drei, bekommt man eine gute Größenordnung der Entfernung
in Kilometern heraus. Zum Beispiel liegen zwischen Blitz und Donner 9
Sekunden, dann ist das Gewitter (oder besser der Blitz) rund 3 km
entfernt. Man muss dabei jedoch beachten, dass Blitze teils weit
entfernt vom Niederschlag außerhalb der Gewitterwolke einschlagen
können, weshalb 3 km recht nah und gefährlich wären. Übrigens sind
Donner für uns Menschen nur ca. 20 bis 25 km (selten mehr) entfernt
hörbar, was unter anderem an der Absorption der Schallwellen und
störenden Umweltgeräuschen liegt.
Zu guter Letzt soll noch die Frage beantwortet werden, wie laut ein
Donner eigentlich ist. Da die Lautstärke mit zunehmender Entfernung
immer weiter abnimmt, ist eine genaue Festlegung gar nicht möglich.
Nach oben hin gibt es in der Fachliteratur aber durchaus Richtwerte,
welche bei etwa 130 Dezibel liegen, was für einen sehr nahen Blitz
mit einem Donnerschlag, besser -knall, gilt. Dies wäre ungefähr mit
einem Düsenjet während der Startphase vergleichbar.
(Das Bild zum heutigen Thema des Tages finden Sie wie immer im
Internet unter www.dwd.de/tagesthema.)
M.Sc.-Met. Oliver Reuter
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 18.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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Wetter aktuell
Erwartet uns nun der langersehnte Landregen?
Am gestrigen Sonntag und in der vergangenen Nacht traten im Süden und
Osten teils kräftige Schauer und Gewitter auf. Vielerorts blieb es
jedoch weiterhin trocken. In dieser Woche setzt sich wechselhaftes
Wetter durch ? wird damit auch die teils große Trockenheit gelindert?
Große Hitze und kaum Niederschlag ? so gestaltete sich das Wetter vor
allem im Südwesten des Landes in den vergangenen Wochen häufig. Dabei
gab es in weiten Teilen des Südwestens ein großes
Niederschlagsdefizit. So verzeichneten insgesamt 279 Wetterstationen
im Land im Juli neue Monatsminima. Darunter auch die Station in
Offenbach am Main. Und auch der August startete größtenteils sehr
trocken.
Am vergangenen Wochenende und zu Wochenbeginn stellte sich die
Wetterlage allerdings grundlegend um. Ein kräftiger Höhenrücken über
dem östlichen Atlantik breitet sich nach Norden aus. Gleichzeitig
gerät Mitteleuropa unter den Einfluss eines Troges. Damit erfassen
uns von Nordwesten her immer wieder Frontensysteme, die gebietsweise
für Niederschläge sorgen.
Am heutigen Montag treten im äußersten Süden in der dort noch
verbliebenen warmen und feuchten Luftmasse vermehrt Schauer und teils
kräftige Gewitter mit Starkregen auf. Örtlich kann es dabei auch zu
heftigem Starkregen mit Niederschlagsmengen um 40 l/qm innerhalb
weniger Stunden kommen. Aufgrund der trockenen Vorgeschichte und der
niedrigen Pegelstände der Flüsse ist jedoch nicht mit signifikanten
Auswirkungen zu rechnen.
Auch im äußersten Osten, vom Osterzgebirge bis in die Lausitz,
bleiben noch Reste der feuchtwarmen Luftmasse erhalten. Dort kommt es
bis in den Nachmittag hinein zu kräftigen Schauern und Gewittern.
Ansonsten treten aber in der eingeflossenen mäßig warmen Luftmasse
nur regional schauerartige Niederschläge auf. Nach Westen und
Südwesten setzt sich im Tagesverlauf größtenteils wieder trockenes
Wetter durch.
Am Dienstag kommen in Verbindung mit einem neuen Tiefdruckgebiet über
der Nordsee von Nordwesten her neue Niederschläge auf. Größere
Niederschlagsmengen werden dabei voraussichtlich aber zunächst nicht
erreicht. Meist fallen lediglich 2 bis 10 l/qm, im Südosten und im
Bereich der zentralen Mittelgebirge regional auch bis 20 l/qm
erreicht. Im äußersten Südwesten bleibt es niederschlagsfrei.
Dies ändert sich jedoch ab der Wochenmitte. Dann amplifiziert sich
ein Trog über Westeuropa. Damit werden vorübergehend wärmere und
feuchte Luftmassen in den Süden geführt. Gleichzeitig bleibt die
Nordhälfte im Einflussbereich erwärmter Polarluft. Damit kommt die
Kaltfront eines Tiefs über Südskandinavien kaum noch nach Süden
voran. Entlang dieser wellenden Front sind am Mittwoch und Donnerstag
kräftige Niederschläge möglich. Zudem können sich südlich der Front
in der warmen Subtropikluft kräftige Schauer und Gewitter ausbilden.
Bezüglich der Verlagerung der Front gibt es noch einige
Unsicherheiten in den Wettermodellen. Damit existieren auch noch
einige Fragezeichen hinsichtlich der genauen Schwerpunkte der
Niederschläge. Voraussichtlich werden die höchsten Mengen in der
südlichen Mitte erwartet. Dort sind in einem Streifen von West nach
Ost innerhalb von 12 Stunden durchaus 20 bis 30 l/qm zu erwarten,
stellenweise auch noch etwas mehr.
In der Nordhälfte fallen die Niederschlagsmengen bis Freitagfrüh in
der Fläche deutlich geringer aus. Lediglich an den Küsten und im
küstennahen Binnenland sind durch den Einfluss der warmen See höhere
Mengen zu erwarten.
Auch zum Wochenende hin bleibt uns das wechselhafte und teils auch
recht niederschlagsreiche Wetter erhalten. Im Verlauf des Freitags
könnte ein Bodentief entlang der Luftmassengrenze in einem Streifen
vom Süden bis in den Nordosten neue kräftige Niederschläge auslösen.
Allerdings gibt es hierzu noch große Unsicherheiten.
Insgesamt werden in dieser Woche voraussichtlich am Alpenrand, in den
Mittelgebirgen, sowie an der Nordseeküste die größten
Niederschlagssummen erwartet. Dort sind stellenweise über 50 l/qm
möglich. Aber auch in den übrigen Landesteilen sind häufig 10 bis 30
l/qm wahrscheinlich.
Die aufkommenden Niederschläge dürften somit in weiten Teilen des
Landes zumindest für eine Linderung der Trockenheit sorgen.
M.Sc.-Met. Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 17.08.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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