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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Wetter aktuell


Sommersturm an der Ostsee


Ein für die Jahreszeit ungewöhnlich starker Sturm ist in der Nacht
zum Mittwoch und heute über die Ostsee gezogen. Zum Teil gab es
orkanartige Böen. Ausläufer des Sturms erreichten auch die deutsche
Ostseeküste.


Das Sturmtief BERNADETTE ist in der Nacht zum Mittwoch von Schweden
über die Zentrale Ostsee zum Baltikum gezogen. Der Kerndruck von
BERNADETTE fiel dabei auf Werte nahe 985 Hektopascal. An der Süd- und
Südwestflanke des Sturmtiefs, also in Richtung des hohen Luftdrucks
über Südwesteuropa, gab es die stärkste Drängung der Isobaren. Dort
war der Luftdruckunterschied auf kleinem Raum am größten. Das
Sturmfeld zog von Südschweden über den Zentral- und Südteil der
Ostsee nach Polen und zur russischen Exklave Kaliningrad. Besonders
hohe Windgeschwindigkeiten wurden auf Gotland mit Werten bis 110 km/h
(Spitzenreiter: Ostergarnsholm) gemessen. Dies entspricht Windstärke
11. Als Folge des Sturms bildete sich über der südöstlichen Ostsee
ein Seegang von 4 bis 6 Metern aus.

Für den Winter wären diese Werte kaum eine Meldung wert, aber im
Sommer ist solch ein Ereignis sehr ungewöhnlich. Dies zeigen auch
statistische Verfahren, die vom ECWMF (Europäische Zentrum für
mittelfristige Wettervorhersage) angewandt werden, um die
Ungewöhnlichkeit von Wetterlagen und Wettererscheinungen abzubilden.
Das Ereignis über der südöstlichen Ostsee war demnach ein Ereignis,
das zu dieser Jahreszeit außerhalb der üblichen Variabilität lag.

Deutschland war von dem Sturm- bzw. Windfeld von BERNADETTE nur am
Rand betroffen. Die stärksten Böen wurden am Dienstag und in der
Nacht zum Mittwoch an der Ostsee mit 70 bis 85 km/h (Windstärke 8 bis
9) gemessen. Aber auch im Rest des Landes war es am Dienstag windig,
verbreitet wurden Windgeschwindigkeiten zwischen 45 und 60 km/h
(Windstärke 6 bis 7) erreicht.

Am heutigen Mittwoch treten nur noch an der Küste und auf den
höchsten Gipfeln der Mittelgebirge Windböen und stürmische Böen um 60
km/h auf. Stärker als beim Wind macht sich BERNADETTE heute bei der
Temperaturverteilung bemerkbar. Die Höchstwerte liegen zwischen 20
Grad nahe den Küsten und bis zu 31 Grad am südlichen Oberrhein. Eine
unterschiedliche Sonnenscheinausbeute kann dafür nicht verantwortlich
gemacht werden. Diese ist im Norden und im äußersten Südwesten
gleichermaßen gut. Verantwortlich dafür ist das Einfließen mäßig
warmer Meeresluft rückseitig einer Kaltfront in den Norden und
Nordosten. Den Südwesten Deutschlands erreicht die Kaltfront und
damit auch die kühlere Luft nicht. Noch größer waren die Gegensätze
am gestrigen Dienstag. Maximal 17 Grad wurden in Flensburg und
schweißtreibende 35 Grad in Freiburg erreicht.

In den kommenden Tagen ist Wind dann gänzlich kein Thema mehr.
Stattdessen rückt die Hitze wieder in den Vordergrund. Von Südwesten
erreichen die Tagesmaxima allmählich in mehr und mehr Regionen die
30-Grad-Marke. Am Oberrhein werden womöglich ab Freitag, spätestens
ab Samstag wieder 35 Grad erreicht. Mehr dazu sicherlich in einem
Thema des Tages Ende der Woche.*

M.Sc.-Met. Thore Hansen

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 08.07.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Wetter aktuell

Zwischen Sommerhoch und Tiefdruckeinfluss - Deutschland bleibt von
der großen Hitze verschont


Während Südwesteuropa unter einer außergewöhnlichen Hitzewelle mit
über 40 Grad leidet, bleibt Deutschland dank Hoch JOCHEN von der
extremen Hitze verschont. Stattdessen dominieren in den kommenden
Tagen sonniges Sommerwetter, angenehme Nächte und anhaltende
Trockenheit und auf Sizilien bietet der ausbrechende Ätna derzeit ein
spektakuläres Naturschauspiel.


Während in weiten Teilen Südwesteuropas weiterhin eine
außergewöhnliche Hitzewelle das Wetter bestimmt, präsentiert sich
Deutschland in den kommenden Tagen von seiner vergleichsweise
angenehmen Sommerseite. Verantwortlich dafür ist eine großräumige
Wetterlage mit Hoch JOCHEN im Westen und einer Tiefdruckzone über
Nordeuropa. Wer seinen Urlaub derzeit auf Sizilien verbringt, kann
neben hochsommerlichen Temperaturen sogar ein besonderes
Naturschauspiel erleben: Der Ätna zeigt sich erneut aktiv und sorgt
mit seiner Eruption für beeindruckende Bilder.

Die Zweiteilung des Wettergeschehens über Deutschland bleibt zunächst
bestehen. Während sich Hoch JOCHEN von Südwesten her zunehmend
bemerkbar macht, befindet sich der Norden und Nordosten des Landes
noch im Einflussbereich von Tief BERNADETTE, das von Südnorwegen zum
Baltikum zieht und sich dort mit Tief AUSYNJA vereinigt. Zum
Wochenende setzt sich der Hochdruckeinfluss immer mehr durch und
bleibt voraussichtlich auch darüber hinaus wetterbestimmend.

Da sich der Schwerpunkt des Hochs über den Britischen Inseln
befindet, gelangt zwar warme, aber keine extrem heiße Luft nach
Deutschland. Anders sieht die Lage in Frankreich und Spanien aus:
Dort sorgt die eingeflossene Heißluft erneut für Spitzenwerte von
über 40 Grad und eine erhebliche Wärmebelastung.

Am heutigen Dienstag zeigt sich der Himmel vor allem im Norden und
Osten häufig wolkig bis stark bewölkt. Gebietsweise fällt dort auch
etwas Regen. Im übrigen Land wechseln sich Sonne und Wolken ab. Die
Temperaturen erreichen im Nordosten lediglich 18 bis 25 Grad, während
sonst 28 bis 32 Grad und am Oberrhein örtlich bis zu 35 Grad gemessen
werden. Dazu weht besonders im Norden und Osten ein frischer
Nordwestwind mit starken bis stürmischen Böen. Im Küstenumfeld sowie
im Bergland sind vereinzelt auch Sturmböen möglich.

Am Mittwoch ziehen zunächst noch zahlreiche Wolkenfelder über
Deutschland hinweg. Von Westen lockert die Bewölkung jedoch zunehmend
auf. Regen bleibt die Ausnahme und fällt höchstens noch vereinzelt an
den östlichen Alpen. Die Temperaturen ändern sich im Norden und Osten
kaum, während im Südwesten mit 27 bis 32 Grad die große Hitze des
Vortages bereits etwas gedämpft wird. Im Nordosten macht sich der
Nordwestwind weiterhin mit starken bis stürmischen Böen bemerkbar.

Am Donnerstag gewinnt Hoch JOCHEN weiter an Einfluss. Zwar ziehen
vielerorts noch Wolkenfelder durch, diese bleiben aber meist harmlos.
Vor allem im Südwesten scheint häufig die Sonne und die Temperaturen
steigen dort erneut über 30 Grad. Im übrigen Land werden angenehme 22
bis 28 Grad erreicht. Der Wind weht nur noch schwach bis mäßig aus
nördlichen Richtungen.

Von Freitag bis Sonntag steht dann verbreitet ruhiges Sommerwetter
auf dem Programm. Die Sonne zeigt sich häufiger und auch im Norden
steigen die Temperaturen wieder an. Meist werden 25 bis 30 Grad
erreicht, im Westen und Südwesten örtlich 32 bis 36 Grad. Lediglich
an den Alpen besteht insbesondere am Samstag ein geringes Risiko für
einzelne Gewitter. Der Wind spielt dabei kaum noch eine Rolle.

Trotz der sommerlichen Temperaturen bleiben die Nächte vielerorts
angenehm frisch. Dadurch kann in den Morgenstunden gut gelüftet
werden und auch die Wärmebelastung hält sich zunächst in Grenzen.
Lediglich im Südwesten steigen die nächtlichen Tiefstwerte zum
Wochenende örtlich auf knapp 20 Grad an, sodass die Nächte dort
zunehmend tropisch anmuten.
Worauf viele Regionen Deutschlands dagegen weiterhin vergeblich
warten, ist ergiebiger Regen. Auch in den kommenden Tagen sind
nennenswerte Niederschläge nicht in Sicht. Die Trockenheit setzt sich
daher in Teilen des Landes fort und die Waldbrandgefahr bleibt
vielerorts erhöht. Während also Südwesteuropa unter extremer Hitze
leidet, profitiert Deutschland vorerst von einer deutlich
gemäßigteren Sommerwitterung allerdings um den Preis anhaltender
Trockenheit.

Dipl.-Met. Marco Manitta

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 07.07.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst





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