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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Wetter Aktuell

Die partielle Sonnenfinsternis vom 12. August 2026


Am morgigen Mittwoch steht für ganz Deutschland eine partielle
Sonnenfinsternis an, bei der zwischen 85 und 90 % der Sonne
verdunkelt werden. Was es damit auf sich hat und wie das Wetter
hierzu wird, soll das heutige Thema des Tages sein.


Während von Ostgrönland über Island bis zur Iberischen Halbinsel am
morgigen Mittwochabend eine totale Sonnenfinsternis zu bestaunen ist,
können wir in Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis beobachten,
bei der zumindest der größte Teil der gerade untergehenden Sonne
verdunkelt wird.

Grundlagen:

Nach einigen partiellen Finsternissen in der Vergangenheit ist es
seit der totalen Finsternis im Jahre 1999 wieder einmal ein größeres
astronomisches Highlight, was das Zusammenspiel von Sonne und Mond
hervorbringt. Dabei schiebt sich der Mond auf seiner Umlaufbahn
zwischen Sonne und Erde und verdeckt den Zentralstern unserer Galaxie
vollständig, oder auf Deutschland bezogen, immerhin noch
größtenteils. Zum Höhepunkt, der abends um kurz nach 20 Uhr zu
erwarten ist, werden rund 85% im Nordosten und bis zu 90% der Sonne
im Südwesten verdunkelt sein, sodass von der eigentlichen
Sonnenscheibe nur noch eine Sichel übrig bleiben wird.

Da die Finsternis mit dem Sonnenuntergang zusammenfällt, entsteht ein
besonderes Lichtspiel aus der untergehenden und dann abgeschatteten
Sonne, sodass teils auch nur die Sichel am Horizont verschwinden
wird.

Auswirkungen:

Für die Meteorologie ist eine Sonnenfinsternis immer eine spannende
Geschichte, da sich die Sonne hauptverantwortlich als Antreiber
verschiedenster meteorologischer Größen zeigt. So ist etwa anhand von
Messdiagrammen der letzten größeren partiellen Finsternis aus 2015 am
Hohenpeißenberg gut zu sehen, wie mit Eintritt der Verdunkelung die
eigentlich am Vormittag ansteigende Temperatur wieder abfällt, es
ergo kühler wird. Diese Energie fehlt dann auch für den Rest des
Tages, sodass es kühler bleibt, als es ohne Sonnenfinsternis geworden
wäre. Der Knick bei der gemessenen Globalstrahlung untermauert diesen
Zusammenhang.

Nicht zuletzt aufgrund der zunehmenden Bedeutung der erneuerbaren
Energien (u.a. Stromproduktion aus Photovoltaikanlagen) sollten
solche Auswirkungen möglichst präzise vorhergesagt werden können.
Daher wurde vonseiten der Abteilung FE (Forschung und Entwicklung)
des DWD eine Implementierung der Vorgänge einer Sonnenfinsternis in
die ICON-Modellkette vorgenommen. Genauer gesagt wurde mit Wirkung
zum 5. August 2026 eine Parametrisierung (Beschreibung) der
Abschattung der Sonne in die Modellrechnungen integriert, sodass die
direkten Auswirkungen auf die Strahlungsdaten im Vorhersagemodell
abgeleitet werden können. Ohne diese Parametrisierung würde das
Modell den Effekt der Sonneneinstrahlung für die Dauer der Finsternis
deutlich überschätzen. Noch ist dies zwar nur für das
ICON-Globalmodell und den europäischen Ausschnitt der Fall, bis zur
nächsten partiellen Sonnenfinsternis im Sommer 2027 wird aber auch
der Rest der deutschen Modellkette (u.a. ICON-D2) um diese
Parametrisierung erweitert.

Wetter:

Unter dem Einfluss von Hoch RALF wird sich am morgigen Mittwoch
landesweit die Sonne zeigen, dazu ist der Himmel vom Süden bis zur
Mitte wolkenfrei. Lediglich weiter nördlich könnten gegen Abend
(zwischen 19 und 21 MESZ) hohe Schleierwolken durchziehen, die den
Blick auf die Sonnenfinsternis aber nur selten trüben sollten. Am
ehesten ist dies über Schleswig-Holstein der Fall. Ansonsten lassen
sich sowohl die partielle Finsternis zu ihrem Maximum (meist kurz
nach 20 MESZ, siehe Bild 1) als auch die Perseiden in der Nacht zum
Donnerstag überall wunderbar bestaunen.

Und wie für eine Sonnenfinsternis üblich steht in 2 Wochen bereits
das nächste astronomische Highlight an: Eine Mondfinsternis!

M.Sc.-Met. Oliver Reuter

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 11.08.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Wetter aktuell

Ätna: Feuer, Asche und Gewitter


Der Ätna ist erneut ausgebrochen. Während die Eruption für
spektakuläre Bilder sorgt, beeinträchtigt Vulkanasche den Flugverkehr
rund um Catania. Gleichzeitig spielt das Wetter eine entscheidende
Rolle für die Ausbreitung der Asche und sogar für die Entstehung von
Gewittern über den Lavaströmen.


Seit dem 6. August steht der Ätna auf Sizilien erneut im Fokus.
Europas größter und aktivster Vulkan ist ausgebrochen und sorgt nicht
nur für ein beeindruckendes Naturschauspiel, sondern auch für
erhebliche Einschränkungen im Flugverkehr. Immer wieder musste der
Luftraum über dem Flughafen Catania aus Sicherheitsgründen teilweise
gesperrt werden, da Vulkanasche ein erhebliches Risiko für Flugzeuge
darstellt. Zahlreiche Flüge wurden gestrichen oder auf andere
Flughäfen umgeleitet.

Dabei sind Ausbrüche des Ätna nichts Ungewöhnliches. Der Vulkan
gehört zu den aktivsten der Erde und zeigt jedes Jahr mehrere
Eruptionsphasen. Der aktuelle Ausbruch geht vom Hauptkrater aus und
stellt für die umliegenden Ortschaften derzeit keine unmittelbare
Gefahr dar. Gewaltige Lavafontänen schleudern glühendes Material
hunderte Meter in die Höhe, während eine Aschewolke weit über den
Gipfel hinaus aufsteigt. Gleichzeitig fließt an der Ostflanke Lava in
das unbewohnte Valle del Bove - ein mehrere Kilometer breites
Einbruchstal, das seit Jahrhunderten als natürlicher Auffangraum für
Lavaströme dient.

Gerade deshalb zieht der Ätna derzeit zahlreiche Besucher an.
Besonders spektakulär ist das Schauspiel nach Sonnenuntergang. Dann
leuchten die Lavafontänen und glühenden Gesteinsbrocken weithin
sichtbar vor dem dunklen Nachthimmel. Auch der Lavastrom lässt sich
aus sicherer Entfernung gut beobachten.

Über den heißen Lavafeldern entstehen zudem häufig sogenannte
Staubteufel - kleine rotierende Wirbel, die Asche und vulkanisches
Material aufwirbeln. Tagsüber kommt ein weiteres Wetterphänomen
hinzu: Die intensive Erwärmung über den Lavaströmen fördert zusammen
mit der labil geschichteten Luft die Bildung von Quellwolken. Im
Tagesverlauf können daraus örtliche Schauer und Gewitter entstehen.
Wer den Ausbruch beobachten möchte, sollte daher möglichst die
Abend-, Nacht- oder frühen Morgenstunden wählen. Dann sind die
Sichtverhältnisse meist besser und das Gewitterrisiko deutlich
geringer.

Trotz der derzeit vergleichsweise ungefährlichen Eruptionsform gilt:
Ein Vulkanausbruch sollte niemals auf eigene Faust erkundet werden.
Das Gelände ist steil, unübersichtlich und kann sich innerhalb kurzer
Zeit verändern. Wer die Lava aus sicherer Entfernung beobachten
möchte, sollte ausschließlich markierte Wege nutzen und sich einer
geführten Exkursion anschließen. Ein beliebter Ausgangspunkt ist das
Rifugio Citelli an der Ostseite des Vulkans. Von dort führt ein
Wanderweg auf rund 2200 Meter Höhe bis an den Rand des Valle del
Bove, von wo aus sich der Lavastrom häufig besonders gut beobachten
lässt.

Auch in den kommenden Tagen dürfte die Situation am Flughafen Catania
angespannt bleiben. Solange der Ausbruch anhält und der Wind die
Asche in Richtung Süden beziehungsweise Südosten verfrachtet, kann
der Flugbetrieb jederzeit erneut eingeschränkt werden. Da sowohl die
Intensität der Eruption als auch die Windrichtung kurzfristigen
Änderungen unterliegen, lässt sich eine Sperrung des Luftraums oft
nur wenige Stunden im Voraus abschätzen.

Der Ätna zeigt damit einmal mehr eindrucksvoll, wie eng Meteorologie
und Vulkanologie miteinander verbunden sind: Nicht allein die Stärke
eines Ausbruchs entscheidet über seine Auswirkungen, sondern häufig
auch das Wetter - insbesondere die Windrichtung und die Stabilität
der Atmosphäre.


Dipl.-Met Marco Manitta

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 10.08.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst





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