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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Wetter aktuell

Die Schafskühle



Während der heutige Montag noch einen sehr sommerlichen Eindruck in
weiten Teilen des Landes macht, kippt das Wetter am Dienstag und
damit pünktlich zur Zeit der eigentlichen Schafskälte. Wie es dann
wettermäßig weitergeht, soll heute das Thema des Tages sein.



Nach mäßig warmen aber teils unbeständigen Vortagen lebt der Sommer
dank dem scheidenden Hoch EMIL heute nochmals auf: Rund 25 bis 29
Grad sind vor allem im Süden und Osten zu erwarten, in der Mitte und
Teilen des Nordens noch um 25 Grad und im Westen "nur" bis 24 Grad.
Hier kündigt sich schon jetzt die herannahende Kaltfront von Tief
ROSI an, das als mehrkerniges Tiefdrucksystem von den Britischen
Inseln bis nach Island reicht und einen deutlich kühleren
Witterungsabschnitt samt Niederschlägen einleitet.

Während der Montag im Süden und Osten trocken über die Bühne geht,
regnet es abends ganz im Westen bereits und auch das ein oder andere
kurze Gewitter kann mit von der Partie sein, wobei aber keine
Unwetter zu erwarten sind.

Am morgigen Dienstag zieht die Kaltfront langsam in Richtung Süden
und Osten des Landes. Vor allem am Alpenrand kommt sie langsam ins
Schleifen was bedeutet, dass sie nahezu ortsfest wird und einiges an
Regen bringen kann, ganz vielleicht sogar warnwürdigen Dauerregen.
Vom Südwesten bis zur Mitte lockert es aber schon wieder auf und es
bleibt meist trocken. Anders jedoch in der Nordhälfte, wo einige
Schauer und auch Gewitter zu erwarten sind. Bei 18 bis 21, vielleicht
lokal 22 Grad ist es deutlich kühler als noch heute, wobei der böige
West-/Südwestwind seinen Anteil an dem kälteren Feeling hat.

Richtig usselig wird es dann am Mittwoch, wenn zahlreiche Schauer und
auch Gewitter von West nach Ost ziehen, die dem Tag einen aprilhaften
Charakter verleihen. Da passen auch die Temperaturen gut ins Bild,
denn bei rund 20 Grad wird Schluss sein. Manche mögen hierbei schon
von der Schafskälte sprechen, die um diesen Zeitraum kreiselt,
angebrachter wäre vermutlich aber eher eine "Schafskühle", denn es
könnte noch kälter sein.

Ab Donnerstag nehmen die Prognoseunschärfen wieder zu. Stand heute
könnte, zumindest wenn man in der Westhälfte lebt, schwacher
Zwischenhocheinfluss für eine vorübergehende Wetterberuhigung sorgen.
Ansonsten sind Schauer, weiter im Osten vielleicht sogar Gewitter am
Werk. An den Tageshöchsttemperaturen ändert sich nichts, bei maximal
20 Grad, häufig sogar etwas weniger, ist das Ende der Fahnenstange
erreicht.

Zu guter Letzt ist in der Nacht zu Freitag und Freitag selbst ein
neues Frontensystem aus Westen zu erwarten. Dieses bringt erneut
leichte bis mäßige Niederschläge, wenngleich es mit 18 bis 22, am
Oberrhein bis 23 Grad wieder etwas milder wird.

"Wann wird es mal wieder richtig Sommer?" ist dann die passende Frage
für das kommende Wochenende. Nach dem heutigen Willen der
Wettermodelle setzt sich von Südwesten her Hochdruckeinfluss durch,
mit dem die Witterung wieder beständiger wird und auch die
Temperaturen wieder deutlich über die 25-Grad-Marke steigen könnten.
Ob es am Ende aber so kommt, bleibt zumindest für ein paar Tage noch
ungewiss und so muss der Konjunktiv weiter beibehalten werden.


M.Sc.-Met. Oliver Reuter

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 08.06.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Wissenschaft kompakt


Die Wettervorhersage für den D-Day


Am gestrigen Samstag jährte sich der "D-Day" zum 82. Mal. Aus diesem
Grund ist das heutige Thema des Tages diesem Ereignis gewidmet.



Der "D-Day" (Decision Day) am 06. Juni 1944 war der erste Tag der
Invasion der Alliierten (USA, Kanada, Großbritannien und weitere
Verbündete) an der französischen Atlantikküste in der Normandie zur
Zeit des Zweiten Weltkrieges. Diese groß angelegte Militäraktion
startete unter dem Decknamen "Overlord" und beinhaltete die Einnahme
deutscher Stellungen in der Normandie und die Errichtung mehrerer
Brückenköpfe, um den Nachzug weiterer Truppen zu ermöglichen. Von
dort aus sollte dann die Befreiung des westlichen Europas von der
Naziherrschaft erfolgen.
Da diese Militäraktion die Überquerung des unberechenbaren
Ärmelkanals mit teils nur bedingt hochseetauglichen Transportbooten
erforderte, war eine erfolgreiche Landung maßgeblich vom Wetter
abhängig. Die Prognose eines geeigneten Zeitfensters mehrere Tage im
Voraus war zur damaligen Zeit fast nicht möglich, denn bereits die
Vorhersage des nächsten Tages gestaltete sich schwierig. Zumal es
sich bei dieser Region um eine handelt, in der das Wetter sehr
variabel ist. Aufgrund dieser Variabilität ist eine Vorhersage über
mehrere Tage auch heute noch nur begrenzt möglich. Es kann also mit
Fug und Recht behauptet werden, dass diese Wettervorhersage im Jahr
1944 eine der wichtigsten in der Geschichte werden sollte.
Zumal das Militär mehrere Grundvoraussetzungen festlegte:
Ebbe, um mögliche Unterwasserhindernisse des Feindes erkennen zu
können, aber auch Flut, um nicht bereits weit vor der Küste an Land
gehen und sich somit früh im Visier der deutschen Maschinengewehre
bewegen zu müssen;
Trockener und für schwere Fahrzeuge tragfähiger Boden, somit sollte
es in den Tagen zuvor wenig bis gar nicht geregnet haben;
Gute Lichtverhältnisse beim nächtlichen Einsatz von
Transportflugzeugen und Bombern, was vor allem bei Vollmond gegeben
wäre;
Kein Morgennebel und kaum Wolken für gute Sichtbedingungen der
Fallschirmjäger und
Auflandiger Wind von maximal 20 km/h, aber keine Windstille.
Im Mai 1944 wurde der D-Day auf den Morgen des 05. Juni terminiert.
Anfang Juni war das Wetter sehr wechselhaft, da über dem Atlantik ein
Tiefdruckgebiet dem nächsten folgte. Nun sollte der D-Day verschoben
werden. Um den Moment eines Überraschungsangriffs nicht zu versäumen,
wurde der D-Day aber nur um einen Tag verschoben.
Die Vorhersagen wichen damals stark voneinander ab, sowohl bei den
Alliierten untereinander als auch im Vergleich zur deutschen
Vorhersage. Für den 05. Juni sollte der Chefmeteorologe Eisenhowers
recht behalten, denn eine Kaltfront sorgte für viel Wind und Regen,
was die Militäraktion unmöglich gemacht hätte. Hinter der Kaltfront
zeichnete sich für den 06. Juni eine vorübergehende Wetterberuhigung
im Zusammenhang von Zwischenhocheinfluss ab und somit eröffnete sich
ein kurzes Zeitfenster für eine mögliche Invasion. Auf deutscher
Seite rechnete man weiterhin mit wechselhaftem und stürmischem
Wetter. Dies lag auch daran, dass die Deutschen keine Wetterdaten auf
dem Gebiet des Atlantiks zur Verfügung hatten.
Somit wurde am 06. Juni das Überraschungsmoment vonseiten der
Alliierten genutzt, auch wenn sich das Wetter tatsächlich erst im
Tagesverlauf besserte. Viele Soldaten hatten da bereits ihr Leben
lassen müssen, denn insbesondere zu Beginn der Landung waren die
Verluste groß.

M.Sc. Tanja Egerer

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 07.06.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst





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