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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Wissen kompakt


Hana-Matsuri


Der achte April gilt als der Geburtstag Buddhas. Die Japaner feiern
ihm zu Ehren Hana-Matsuri - das Blumenfest. Auch bei uns blüht schon
einiges.


Schon seit ein paar Wochen sprießen die Blüten an den Bäumen. Jeder
Gärtner zittert noch einmal in kalten Nächten. Einige hüllen
empfindliche Blüten ein, damit der Frost sie nicht absterben lässt.
Zu schade wäre der gleichbedeutende Verlust der Ernte.

In diesem Jahr sind wir mit der Blüte teils recht früh dran. Die
Hasel, die den Beginn des Vorfrühlings auf der phänologischen Uhr
markiert, hat im milderen Westen Deutschlands bereits Ende Dezember
geblüht. Im vieljährigen Mittel liegt ihr Blühbeginn am 09. Februar.
Im kälteren Osten hat die Blüte hingegen erst Mitte Februar
angefangen. Gemittelt über alle Meldungen ergibt das einen Blühbeginn
um den 06. Februar.

Zeitlich nicht ganz so weit auseinander liegt der Blühbeginn der
Forsythie. Sie markiert den Erstfrühling. Im Westen lag dieser um den
11. März, im Norden und Nordosten gab es die ersten Blüten hingegen
erst Ende März, im höheren Bergland sogar erst Anfang April. Bis zum
Vollfrühling, der von der Apfelblüte gekennzeichnet wird, ist es noch
etwas hin. Im vieljährigen Mittel liegt ihr Blühstart um den 26.
April. Es gab aber in den letzten Tagen schon vereinzelt Meldungen
aus dem Westen und Südwesten Deutschlands über blühende Apfelbäume.

Ähnlich wie die Japaner mit ihrem Hana-Matsuri feiern auch die
Deutschen ihre Blütenfeste. Allerdings ist der Hintergrund bei uns
nicht der Geburtstag einer Gottheit, sondern vielmehr die Freude am
Feiern und die Vorfreude auf eine ertragreiche Obstsaison. Einige
Baumblütenfeste in Deutschland blicken dabei auf eine über
100-jährige Tradition zurück. In der Regel finden die Feste von Mitte
April bis Anfang Mai statt. Dann stehen die meisten Apfel- und
Kirschbäume in voller Blüte. Eine sehr milde Witterung kann den
Blühbeginn nach vorne schieben. Danach sieht es auch in diesem Jahr
aus. In einigen Regionen im Westen und Süden sind bereits erste
Kirschblüten zu sehen. Die volle Blüte wird aber noch etwas dauern.

Nähere Informationen zur phänologischen Uhr und wie Sie uns bei der
Beobachtung unterstützen können, finden Sie auf den Webseiten des
Deutschen Wetterdienstes.*

Dipl.-Met. Jacqueline Kernn

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 08.04.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Wissenschaft kompakt

Einheitenchaos - Teil 1: Temperatur



Temperatur, Windgeschwindigkeit, Niederschlag, Feuchte: Es gibt eine
ganze Reihe an meteorologischen Größen, die irgendwie gemessen werden
müssen. Das Problem: Nicht überall werden die gleichen Einheiten
verwendet. Heute beginnen wir uns, durch den Maßeinheiten-Dschungel
zu kämpfen.


Vielen hat es sich wohl im Physik- oder Matheunterricht in den Kopf
gebrannt. Der Lehrer stellt eine Rechenaufgabe und plötzlich muss im
Stress die Antwort berechnet werden und aus Versehen begeht man den
unverzeihlichen Fehler die korrekte Einheit hinter sein Ergebnis zu
setzen. Die darauf sofort folgende Frage: "XX was? Äpfel, Birnen, ??"
wurde damals natürlich nur als vorsätzliche Quälerei wahrgenommen.
Natürlich war es das nicht, denn es ist durchaus wichtig, die
richtigen Maßeinheiten zu verwenden. Leider gibt es in der
Meteorologie derart viele, dass man leicht den Überblick verliert.
Daher wird es höchste Zeit, ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen.
Beginnen wir mit der Temperatur. Das uns übliche vertraute Maß
orientiert sich an der Celsiusskala. Anders Celsius, ein schwedischer
Astronom, veröffentlichte 1742 die Idee, den Gefrierpunkt und den
Siedepunkt von Wasser bei Normaldruck als Ausgangspunkte zu verwenden
und den gemessenen Unterschied auf einem Quecksilberthermometer in
100 gleiche Teile zu unterteilen. Ursprünglich war sie jedoch noch
umgekehrt definiert, sodass eine Erwärmung dazu führte, dass die
Temperatur sank. Erst später wurde eine Invertierung beschlossen, die
zu der nun bekannten Skala führte.
Die Kelvinskala wurde circa 200 Jahre später eingeführt. Sie ist der
Celsiusskala sehr ähnlich. Der einzige Unterschied ist, dass der
Nullpunkt den absoluten Nullpunkt und nicht den Gefrierpunkt von
Wasser beschreibt. Das hat zur Folge, dass die beiden Skalen
lediglich verschoben zueinander sind und die Umrechnung sehr einfach
gestaltet: Zur Temperatur in Grad Celsius muss 273,15 hinzuaddiert
werden, um bei Kelvin herauszukommen.
Diese zwei Alternativen sollten eigentlich genügen, aber so einfach
ist es leider nicht. Insbesondere in der USA wird ein eigenes
Süppchen gekocht und die Einheit Fahrenheit verwendet.
Zugegebenermaßen sind wir daran gewissermaßen "selbst schuld", denn
ihr Namensgeber ist der deutsche Physiker Daniel Gabriel Fahrenheit.
Er setzte seinen Nullpunkt bei -17,8 °C, da dies die kälteste
Temperatur war, die er erzeugen konnte. Den Gefrierpunkt von reinem
Wasser definierte er als 32 °F und die Körpertemperatur eines
Menschen 96 °F (35,6 °C). Das macht leider die Umrechnung in Celsius
komplizierter [°C] = ([°F] - 32) * 5/9. Auf Grundlage dieser Skala
wurde außerdem die sogenannte "Rankine-Skala" definiert. Diese ist so
verschoben (um 459,67 Einheiten), dass 0 °Ra dem absoluten Nullpunkt
entsprechen. Sie ist somit das Pendant zu Kelvin.
Des Weiteren gibt es noch einige weitere historische, heutzutage
nicht mehr verwendete Maßeinheiten. So ähnelt beispielsweise die
Delisle-Skala, benannt nach dem französichen Astronomen
Joseph-Nicolas Delisle, der ursprünglichen Celsiusskala. Der
Siedepunkt von Wasser entspricht 0 °De und der Schmelzpunt 150 °De.
Auch Isaac Newton entwarf ein eigenes Maß, dabei entsprechen 1 °N in
etwa 3 °C, da der Siedepunkt von Wasser bei 33 °N festgelegt ist.
Wenn also demnächst jemand die aktuelle Lufttemperatur wissen möchte,
sollten Sie nun genügend Optionen haben, um Verwirrung zu stiften.


M.Sc. Met. Fabian Chow

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 07.04.2026

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