Besucher: 32



Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Wetter aktuell

Kommt die hochsommerliche Hitze zurück?


Nach dem kurzen Hitzeintermezzo in der vergangenen Woche deutet sich
in der kommenden Woche zunächst wechselhaftes und etwas kühleres
Wetter an. Doch der Sommer scheint sich noch nicht geschlagen zu
geben. In der zweiten Wochenhälfte setzt sich im Südwesten wieder
deutlich wärmere Luft durch.


Ein ausgeprägter Tiefdruckkomplex über Nordwest- und Nordeuropa sorgt
bei uns vor allem im Norden für wechselhaftes und kühleres Wetter. So
treten bereits am heutigen Sonntag in Verbindung mit Tief SINA bei
vielen Wolken Schauer auf. Im Süden bleibt es dagegen bei schwachem
Zwischenhocheinfluss überwiegend trocken. Dazu liegen die
Höchsttemperaturen von Brandenburg bis zum Mittelrhein und südöstlich
davon häufig bei oder gar über 25 Grad. An der unteren Donau und am
Oberrhein gibt es bei bis zu 29 Grad nochmals bestes Badewetter.

Zu Wochenbeginn folgt auf Tief SINA bereits das nächste Tief. Dabei
sickert nicht nur kühlere sondern auch labil geschichtete Luft vor
allem in die Nord- und Nordwesthälfte des Landes. Das bedeutet, dass
sich im Tagesverlauf vermehrt teils kräftige Schauer und Gewitter
entwickeln können. Dabei dürfte vor allem der Wind zum Thema werden.
Bei kräftigen Gewittern sind durchaus Sturmböen um 85 km/h (Bft 9)
möglich. Zudem tritt punktuell kleinkörniger Hagel und Starkregen
auf. Auch abseits der Gewitter weht ein kräftiger Südwestwind. Auf
den Bergen und an der Nordsee treten auch abseits der Gewitter
örtlich Sturmböen (Bft 9) auf. Im Süden präsentiert sich das Wetter
dagegen insgesamt freundlicher. Zwar sind auch dort einzelne Schauer
nicht völlig ausgeschlossen, vielerorts bleibt es jedoch trocken. Die
Temperaturen gehen allerdings im Vergleich zu den vorherigen Tagen
etwas zurück, ohne dass sich der Sommer dort vollständig
verabschiedet.

Im Norden bleibt es durch die Nähe zur Frontalzone auch in der
zweiten Wochenhälfte wechselhaft mit weiteren Schauern und einzelnen
Gewittern. Dadurch ergibt sich dort ein frühherbstlicher Eindruck. Im
Süden herrscht dagegen unter schwachem Hochdruckeinfluss weiterhin
ruhiges Spätsommerwetter. Ab Freitag macht sich von Südwesten zudem
ein Höhenrücken bemerkbar. Dabei strömt in den Süden des Landes
wieder sehr warme bis heiße Luft ein. Somit wird am Freitag am
Oberrhein voraussichtlich auch wieder die Hitzegradmarke von 30 Grad
erreicht. In der Nordhälfte ist von der sehr warmen bis heißen
Luftmasse aber nichts zu spüren. Dort bleibt es unter dem Einfluss
atlantischer Tiefdruckgebiete nur mäßig warm.

Zum Wochenende nehmen die Unsicherheiten in den Vorhersagemodellen
deutlich zu. Einige Berechnungen zeigen ein rasches Zurückdrängen der
sehr warmen bis heißen Subtropikluft auch im Süden des Landes. Die
wahrscheinlichste Lösung nach jetzigem Stand ist allerdings eine
Fortsetzung des sehr warmen bis heißen und meist auch freundlichen
Spätsommerwetters im Süden. Somit ist durchaus möglich, dass den
Bewohnern im äußersten Südwesten entlang des Ober- und Hochrheins
noch einige Hitzetage bevorstehen. Eine klassische, flächendeckende
Hitzewelle wie während der markanten Hitzeperioden des Sommers 2026
ist allerdings nicht zu erwarten. Anfang September werden die Nächte
bereits deutlich länger, wodurch die Temperaturen stärker absinken
können. Selbst bei Höchstwerten um oder über 30 Grad ist die
nächtliche Abkühlung deshalb meist ausgeprägter als noch im
Hochsommer. Die Wärmebelastung fällt entsprechend geringer aus.

Fazit: Der Sommer meldet sich zumindest regional noch einmal zurück.
Während sich der Norden unter dem Einfluss atlantischer
Tiefdruckgebiete zunehmend wechselhaft und zeitweise fast
frühherbstlich präsentiert, stehen die Chancen im Süden und
insbesondere im Südwesten gut für eine erneute spätsommerliche bis
hochsommerliche Wetterphase. Ob daraus nur ein kurzer Wärmeschub oder
sogar mehrere Hitzetage werden, entscheidet sich allerdings erst in
den kommenden Tagen.


M.Sc. Met. Nico Bauer

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.08.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Wetter aktuell

Hurrikan KATRINA: Heute vor 21 Jahren


Am 29. August 2005 traf Hurrikan KATRINA die Südküste der USA im
US-Bundesstaat Louisiana. Überflutungen, Verwüstungen und Chaos waren
die Folge. Heute, zum 21. Jahrestag, soll es einen kleinen Rückblick
geben.



Tropische Wirbelstürme bilden sich über dem Nordatlantik jedes Jahr.
Die sogenannte Hurrikansaison beginnt dabei am 1. Juni und endet Ende
November. 2005 war eine der aktivsten Jahre mit 28 tropischen
Stürmen, davon 15 mit Hurrikanstärke. Insbesondere Hurrikan KATRINA
bleibt im Gedächtnis, da dessen Landgang mit vielen Todesfällen und
enormen Schäden einher gegangen ist.

Schon am 23. August bildete sich eine tropische Depression bei den
Bahamas und verstärkte sich im Laufe des nächsten Tages zu einem
tropischen Sturm - der "Vorstufe" eines Hurrikans. Während sich das
System zuerst nach Norden bewegte und dann in südöstliche Richtung
über Florida schwenkte, erreichte es am 25. August erstmals die
Stärke eines Hurrikans der Stufe 1. Nach kurzer Abschwächung über
Land erreichte KATRINA den Golf von Mexiko. Hier begünstigten
Faktoren, wie eine hohe Wassertemperatur und eine schwache
Windscherung die weitere Entwicklung. Dadurch konnte sich eine erste
rasche Verstärkungsphase (rapid intensification) vollziehen. In nur
24 Stunden stieg die mittlere Windgeschwindigkeit von 65 auf 95 kt
(120 auf 175 km/h) an und die Hurrikanstufe 3 wurde am 27. August
erreicht. Daran schloss sich ein zweiter rasanter Entwicklungsschritt
an. KATRINA änderte ihre Zugrichtung durch eine Veränderung der
Strömung in höheren Schichten auf Nordost. In weniger als 12 Stunden
entwickelte sie sich zu einem Hurrikan der Kategorie 5, der höchsten
Kategorie in der Saffir-Simpson-Skala! Die maximale Intensität von
145 kt (270 km/h) und ein Kerndruck von 902 hPa wurden am Abend des
28. August erreicht.

Leider zog dieses zerstörerische System daraufhin in nördliche
Richtung, schwächte sich zwar noch auf Stufe 4 ab, traf aber am 29.
August nahe New Orleans auf die Küste der USA. Neben den exorbitanten
Windgeschwindigkeiten hatten sich entwickelnde Tornados, große
Regenmengen und eine Flutwelle, die eine Höhe von bis zu 8 Metern
erreichte, verheerende Folgen. Beispielsweise stand der Großteil des
Stadtgebietes von New Orleans durch Brüche von Staudämmen bis zu 7,6
Meter tief unter Wasser. Dort festsitzende Menschen mussten teilweise
einige Tage auf Rettung warten. Insgesamt entstanden Schäden in Höhe
von einem Dollarbetrag im dreistelligen Milliardenbereich. So wurde
KATRINA zum kostenintensivsten Hurrikan der Geschichte.
Glücklicherweise konnten vermutlich etwa 1,3 Millionen Menschen
rechtzeitig die betroffenen Gebiete verlassen, dennoch waren über den
gesamten Entwicklungszeitraum dieses Systems 1392 Tote zu beklagen.
Wer einen detaillierten Bericht (auf Englisch) zu Hurrikan KATRINA
lesen möchte, der findet einen solchen unter
https://www.nhc.noaa.gov/data/tcr/AL122005_Katrina.pdf.


M.Sc. Fabian Chow

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 29.08.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst





Private Wetterstation Altenmarkt a. d Alz - Alle Angaben ohne Gewähr - (c) Matthias Schwanter   -   Seitengeneration erfolgte in 0.0926 Sekunden.