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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben
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Wetter aktuell
Die Sonne nähert sich dem Höchststand, gewinnt täglich an Kraft und
bringt somit auch entsprechende Gefahren mit!
Der Frühsommer läuft auf Hochtouren und lässt verbreitet die Sonne
vom teils wolkenlosen Himmel strahlen. Dabei steigt bei Werten um
oder über 30 Grad nicht nur das Hitzeempfinden, sondern auch der
UV-Index.
Derzeit wird der menschliche Körper wieder zunehmend den positiven
und negativen Eigenschaften der UV-Strahlung ausgesetzt. Hoch
Alexander lässt die Sonne verbreitet, vor allem in der Mitte und im
Süden häufig auch vom wolkenlosen Himmel scheinen. Mit täglicher
Annäherung an den Sonnenhöchststand am 21. Juni nimmt auch deren
Kraft zu. Ende Mai hat die Sonne demnach etwa die gleiche Strahlkraft
wie Ende Juli. Dabei kann auch eine beachtliche Menge an UV-Strahlung
in den bodennahen Luftschichten ankommen.
In den folgenden Abschnitten soll der sogenannte aktinische
Wirkungskomplex, also die Komponenten der biologisch wirksamen
Sonnenstrahlung und dessen Wirkung auf den menschlichen Körper, näher
unter die Lupe genommen werden.
Die biologisch wirksamen Spektren des Lichts reichen vom infraroten
über den sichtbaren bis zum ultravioletten Bereich (UV-Bereich) und
haben teils gesundheitsfördernde als auch gesundheitsschädigende
Einflüsse auf den Menschen. So fördert beispielsweise die
Infrarotstrahlung die Durchblutung der Haut. Das sichtbare Licht
beeinflusst den Hormonhaushalt und die Psyche. Das größte
Wirkungsspektrum besitzt jedoch die UV-Strahlung.
Die UV-Strahlung ist eine elektromagnetische Strahlung, die an der
Erdoberfläche nur wenige Prozent der gesamten solaren Strahlung
ausmacht. Sie umfasst dabei den Wellenlängenbereich, der kürzer als
der des sichtbaren Lichtes ist. Da die einzelnen Elementarteilchen
der UV-Strahlung (Photonen) über eine sehr hohe Energie verfügen,
können sie teilweise tief in biologische Systeme eindringen,
Molekülverbindungen irreversibel zerstören und somit wesentlichen
Einfluss auf Lebewesen nehmen. Beispielsweise wird die UV-Strahlung
als Auslöser für verschiedene Hautkrebsarten angesehen.
Die Haut unterliegt als Grenz- und Kontaktorgan in besonderem Maße
dem Einfluss von Umweltfaktoren und somit auch der UV-Strahlung.
Zahlreiche Hautkrankheiten finden ihren Ursprung in dieser
Strahlungsart oder werden von ihr verstärkt. Am bekanntesten ist in
diesem Sinne wohl der Sonnenbrand, der einer Verbrennung ähnelt und
nach einer vom Hauttyp abhängigen Bestrahlungszeit mit einer scharf
begrenzten Rötung, Hitzegefühl, Juckreiz sowie gelegentlicher
Blasenbildung und Ödemen einhergeht.
Schwerwiegende Folgen für die menschliche Gesundheit haben
Hautreaktionen, die nach einem jahre- oder jahrzehntelangen Zeitraum
der UV-Bestrahlung auftreten. In diese Gruppe sind beispielsweise die
Hautalterung oder bösartige Hauttumore einzuordnen.
Traditionell wird die UV-Strahlung auf Basis der Ozonabsorption in
drei Teilbereiche aufgegliedert. Demnach wird zwischen der UV-A
Strahlung in dem Wellenlängenbereich von 315 bis 400 Nanometer, der
UV-B Strahlung zwischen 280 bis 315 sowie der UV-C Strahlung zwischen
100 und 280 Nanometer unterschieden. Dabei hindert das atmosphärische
Ozon die UV-A Strahlung nur wenig daran die Erdoberfläche zu
erreichen. Die UV-C Strahlung wird dagegen unabhängig von der
Ozonkonzentration auf dem Weg durch die Atmosphäre fast komplett aus
der Luft herausgefiltert, während die Menge an UV-B Strahlung am
Boden stark von der Ozonkonzentration sowie der Mächtigkeit der
Ozonschicht abhängig ist. Als Maß für die UV-Strahlung dient der
sogenannte UV-Index, der üblicherweise als Bestrahlungsstärke (Watt
pro Quadratmeter) auf einem horizontal orientierten Empfänger
angegeben wird. Neben dem Ozon beeinflussen auch weitere Bestandteile
der Atmosphäre, wie beispielsweise Aerosole (Schwebeteilchen in der
Atmosphäre) und Wolken (Wassertröpfchen), astronomische Bedingungen
wie der Sonnenstand, der orographische Standort oder auch die
Bodenbeschaffenheit in Form der Albedo (Rückstrahlvermögen der
solaren Strahlung) die Menge an UV-Strahlung am Boden.
Insgesamt hat die UV-Strahlung, wie zu Beginn des Artikels schon
aufgeführt, bedeutende Wirkung auf den menschlichen Organismus. Wer
seine Haut beim Sonnenbaden nicht ausreichend schützt, schädigt diese
nachhaltig. Die UV-A Strahlung (lange Wellen) führt zu einer
kurzfristigen Bräune, die jedoch kaum Lichtschutz bringt. Dagegen
verliert die Haut an Spannkraft und altert bei langfristiger
Bestrahlung frühzeitig. Auch das Hautkrebsrisiko ist bei häufiger
ungeschützter Einstrahlung deutlich erhöht. Die UV-B Strahlung sorgt
hingegen eher für eine langfristigere Bräune, die auch einen echten
Lichtschutz (Lichtschwiele) mit sich bringt. Gleichzeitig dringen
diese Strahlen nicht so tief in die Haut ein und schädigen sie daher
nicht nachhaltig. Ein allgemein schädigender Effekt der UV-Strahlung
ist zudem die Immunsubpression, eine Verringerung der Körperabwehr,
z.B. gegenüber Infektionskrankheiten.
Positiv ist jedoch anzuführen, dass die UV-Strahlung
hauptverantwortlich für die Bildung von Vitamin D in der Haut ist.
Dieses Vitamin ist im Körper für den Calcium- und
Phosphatstoffwechsel essentiell. Allerdings wird die notwendige
Vitamin D-Dosis in Deutschland im Sommer bei wolkenlosen Bedingungen
gegen Mittag bereits innerhalb von etwa 15 Minuten durch die
Sonnenexposition von Händen, Armen und Gesicht erreicht. Dafür
bräuchte man also nicht stundenlang in der Sonne zu braten.
Am Montag und Dienstag wird entsprechend der teils wolkenlosen
Bedingungen und der Sonnenkraft etwa südlich von Eifel, Westerwald
Rhön und Erzgebirge bei einem UV-Index von häufig 8 schon recht
verbreitet eine sehr hohe gesundheitliche Gefährdung erwartet. Im
Allgäu sowie allgemein auf den Alpenhöhen wird teilweise sogar ein
Index von 9 erreicht. Moderater kommt der UV-Index (4/5, mittlere
Gefährdung) im Norden daher, wo zeitweise Wolken die Sonne
ausbremsen.
In möglichen UV-Warnungen oder auch in den entsprechenden
UV-Gefahrenkarten des DWD wird besonders auf potentielle
Schutzmaßnahmen hingewiesen. Ergänzend zu diesen international
einheitlichen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation finden Sie
weitere UV-Schutztipps auf der Webseite des Deutschen Wetterdienstes.
Neben der UV-Strahlung kann die Sonne das Land tagsüber auch schon
ordentlich einheizen. Vor allem im Südwesten wird zu Beginn der Woche
schon eine gefühlte Temperatur teils über 32 Grad prognostiziert.
Diese wiederum führt dazu, dass wir ein heißes thermisches Empfinden
entwickeln. Für eine Hitzewarnung reicht dies aber noch nicht.
Besonders die Nächte kommen noch kühl daher und sorgen für
ausreichend Entspannung. Zudem sind auch die Gebäude noch nicht
ausreichend aufgeheizt. Dennoch ist vor allem in der Mittagshitze für
Kranke und empfindliche Personen schon Vorsicht geboten.
Dipl. Met. Lars Kirchhübel
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 24.05.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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Wetter aktuell
Des einen Freud?
Das heutige Thema des Tages beschäftigt sich mit den Auswirkungen der
aktuellen Wetterlagen auf Skandinavien.
Eitel Sonnenschein - das gilt in den kommenden Tagen zumindest im
Südwesten bzw. in der Südwesthälfte. Und auch in Richtung Nordosten
ist das Wetter ja keinesfalls schlecht - nur vielleicht ein bisschen
weniger gut mit ein paar mehr Wolken und eventuell ein paar (aber
wirklich nur ein paar) Tropfen.
Das Hoch ZENO, welches für das teils hochsommerliche Wetter mit
Temperaturen von bis zu 34°C im Südwesten verantwortlich ist und
schon Morgen von dem nicht weniger sommerlich gestimmten Hoch
ALEXANDER abgelöst wird, macht sich dabei nicht nur am Boden
bemerkbar. Vielmehr handelt es sich um ein sogenanntes
"hochreichendes" Hoch, das auch in höheren Luftschichten zu erkennen
ist.
In Abbildung 1 zeigen die Linien das Geopotential in etwa 5,5 km
Höhe. Beim Geopotential handelt es sich in gewisser Weise um den
Druck in höheren Luftschichten. Das mit ZENO bzw. ALEXANDER
korrespondierende Höhenhoch ist über Nordfrankreich, etwas nördlich
der Loire, gut auszumachen. Zwischen diesem Höhenhoch und einem
Höhentief südwestlich von Island liegen die Linien gleichen
Geopotentials, die Isohypsen, relativ dicht gedrängt. Das führt in
der Folge zur Ausbildung eines Starkwindbandes, auch Jet genannt.
Auch dieser Jet ist in der Karte (Pastelltöne) dargestellt,
allerdings in einer höher gelegenen Luftschicht (in etwa 9 km Höhe).
Unabhängig von der Höhe erkennt man, dass sowohl die Drängungszone
der Isohypsen als auch der Jet sich leicht wellend vom mittleren
Nordatlantik bis nach Skandinavien erstrecken. Dieser Bereich, die
sogenannte Frontalzone, macht also einen weiten Bogen um Mittel- und
Westeuropa.
Damit steuert sie aber - nicht nur aktuell, sondern auch über die
kommenden Tage hinweg - feuchte Nordatlantikluft nach Skandinavien
und damit zuallererst nach Norwegen. Dort trifft die Luft auf das
Skandinavische Gebirge und wird gehoben, was einiges an Regen zur
Folge hat. Die akkumulierten Regenmengen bis zum Dienstagabend können
Abbildung 2 (links) entnommen werden. Wie an einer Perlenkette reihen
sich die Regionen mit den intensivsten Regenfällen von Süd-Südwest
nach Nord-Nordost orientiert im Weststau der Skanden aneinander. In
der Spitze fallen bis zu 100 l/m2 in nur etwa dreieinhalb Tagen. Die
Norweger sind diesbezüglich zwar Kummer gewöhnt, aber man kann schon
sagen, dass dort das Pfingstfest eher verregnet sein wird. In
meteorologischen Zusammenhängen gedacht gilt hier sehr
offensichtlich: Des einen Freud ist des anderen Leid.
Aber: Gilt das mit dem "Verregnetsein" in Norwegen überall? Nicht
ganz. Denn die Überströmung des Gebirges sorgt auf der
Windschattenseite für föhnige Aufheiterungen. Je nach Wetterlage und
Anströmung können sich solche Aufheiterungen sogar im Nordosten
Deutschlands bemerkbar machen. Das ist aktuell zwar nicht der Fall,
aber für den Großraum Oslo sagen die Modelle nur geringe Regenmengen
vorher (ebenfalls Abbildung 2 links).
Der Föhn mischt sich darüber hinaus auch in die zu erwartenden
Höchsttemperaturen ein. (Wer sein Wissen über Föhn auffrischen
möchte, kann dies z. B. in einem Thema des Tages meines Kollegen
Tobias Reinartz aus dem letzten Jahr tun:
https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2025/10/28.html). In der
aktuellen Situation bringt der Föhn vor allem dem Südosten Norwegens
und der Südhälfte Schwedens Temperaturen, die verbreitet zwischen 20
und 25°C liegen (Abbildung 2, rechts). Dem gegenüber kommen die
Temperaturen im Dauerregen entlang der norwegischen Küste überhaupt
nicht "aus dem Quark". Dort sind 10 bis 15°C das Höchste der Gefühle.
Zum Ende unserer Betrachtungen wollen wir den Blick nochmal auf die
Abbildung 1 lenken. Denn auch in das Gebiet mit hohem Geopotential,
welches sich von Südwesteuropa nach West- und Mitteleuropa erstreckt,
hat sich ein kleines Höhentief "reingeschummelt". Es kreist vor der
Nordküste Portugals und sorgt im nordwestlichen Bereich der
Iberischen Halbinsel (Galicien und Nordportugal) für etwas Regen
(Abbildung 3).
Die Situation dort unterscheidet sich von der in Norwegen aber in
mindestens zwei Punkten sehr wesentlich. Erstens sind die
Niederschlagsmengen geringer, was selbst dann gilt, wenn die hier
angegebenen Mengen eventuelle lokale Spitzenwerte nicht korrekt
wiedergeben. Und zweitens fällt der Regen in Spanien bei sommerlichen
30°C und nicht bei eher herbstlichen 10 bis 15°C.
Dipl.-Met. Martin Jonas
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 23.05.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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